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Subventionen: Schluss mit Billig-Kakao an Schulen! Bundesländer reagieren auf die Empörung von Eltern

Sie sind lecker, aber leider viel zu süß: Kakaodrinks, wie sie an Schulen verkauft werden, tragen nicht wirklich zu einer gesunden Ernährung der Kinder bei. Viele Eltern wollen Kakao deshalb aus den Schulkiosken verbannen.

Ein kleines Mädchen trinkt Schulmilch.

Ein kleines Mädchen trinkt Schulmilch. Die wird, genau wie Kakao, in vielen Bundesländern subventioniert.

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Vielleicht erinnern Sie sich auch noch daran, wie Sie als Schulkind in der großen Pause für kleines Geld in der Schule Milch oder gekauft haben. Viele andere Angebote gab es meist auch gar nicht. Auch heute, wo der Schulkiosk meist ein umfangreiches Snack-Angebot führt, sind Milch und Kakao noch immer Klassiker. Auch weil sie günstig zu haben sind – denn beides wird oft vom Land subventioniert.

Doch warum Kakao-Konsum finanziell gefördert wird, verstehen viele Eltern nicht, in Zeiten, in denen auf gesunde Ernährung so viel Wert gelegt wird. Kakao enthält jede Menge ungesunden Zucker – auch die Organisation wies vor einer Weile darauf hin. Die Subventionierung gezuckerter Produkte leiste "der Fehlernährung von Kindern Vorschub, anstatt sie zu verhindern", erklärte Foodwatch. In Nordrhein-Westfalen regte sich jetzt lauter Protest von Seiten der Eltern.

Dennoch will Nordrhein-Westfalen neben Milch weiterhin Kakaogetränke in den Schulen finanzieren. Allerdings soll die Beihilfe für Kakao im Rahmen des EU-Schulprogramms deutlich niedriger ausfallen als die für Milch, wie ein Sprecher von NRW-Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser mitteilte. "Viele (ältere) Kinder trinken keine Milch, sondern nur Kakao, und kommen häufig auch ohne Frühstück zur Schule", begründete der Sprecher den Schritt in einer Stellungnahme. Insbesondere diese Gruppe solle mit dem weitergeführten Kakaoangebot unterstützt werden.

Das Land Hessen hatte zuvor angekündigt, die Förderung von gesüßter Schulmilch – wie Kakaogetränken – zu stoppen. Der Sprecher des NRW-Ministeriums betonte immerhin, die Förderung von Trinkmilch habe klaren Vorrang. Die Beihilfe für falle dreimal so hoch aus wie die für Kakao. Im Anschluss an das Schuljahr 2018/2019 werde außerdem überprüft, wie sich dies auf das Konsumverhalten ausgewirkt habe.

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wt
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