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Daddylicious: Diskussion über die "Neuen Väter" – da simmer dabei…

Was sind die neuen Väter? Diese Frage diskutierte ein Elternbrunch. Da sind Daddylicious natürlich dabei.

Daddylicious

Vater 2.0 heißt nicht nur, mal zu spielen

OK, ich gebe zu: wir waren schon dabei, denn diese Diskussion hat bereits stattgefunden. Seit dem Start von Daddylicious im August 2013 reden wir gern mit, wenn es um die Vaterrolle im Allgemeinen und im Speziellen geht. Das tun wir nie mit dem erhobenen Zeigefinger, denn auch wir wissen nicht, wie es am besten geht. Es gibt kein Rezept und bei jedem Papa sind die Voraussetzungen anders. Nun hat Fisher-Price nach Berlin zum dritten Elternbrunch eingeladen und uns gefragt, ob wir auf dem Podium zum "Vater 2.0" mitdiskutieren möchten. Und diese Chance wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Es war eine illustre Runde, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Aber wir können das Ergebnis schon vorwegnehmen: Auch nach 90 Minuten spannender Diskussion und vielen verschiedenen Blickwinkeln waren wir nicht viel klüger als zuvor. Aber das war sicherlich auch nicht das Ziel. Wichtig ist, dass überhaupt gesprochen und für das Thema sensibilisiert wird.

Was ist ein guter Vater?

Moderator Christian von KiKa, mit dem wir schon ein spannendes Interview führen konnten, führte souverän durch die Talkrunde und kitzelte den sechs Gesprächsteilnehmern ein paar knackige Statements heraus. Insbesondere hat mich Karl Heinz Deutsch beeindruckt, seines Zeichens Experte für Sozialstrukturen und bis über beide Ohren vertieft in statistische Auswertungen und somit ein Kenner der nackten Zahlen. Seiner Ansicht nach gibt es in Sachen Vaterrolle immer noch extrem Nachholbedarf. Das Familienmodell ist immer noch sehr klassisch verteilt und der Druck auf Männer, ein toller Vater und gleichzeitig ein guter Ernährer zu sein, hat sich in den letzten Jahren nicht verringert. In Firmen gilt die Präsenzpflicht und somit kann die Karriere nur dann in Angriff genommen werden, wenn die Arbeitsstunden im Büro abgeleistet werden.
Die Elternzeit, die von immer mehr Vätern genommen wird, ist nur ein erstes zartes Pflänzchen. An der Stelle habe ich eingehakt, denn ich denke auch, dass die Schwierigkeit der Papas mit dem Übergang in den Alltag startet. In den ersten Wochen nach der Geburt ist der Wunsch nach einer Vollzeit-Betreuung gar nicht so wahnsinnig hoch. Dringlicher wird der Wunsch nach mehr Zeit mit dem Kind, wenn der Nachwuchs zwei oder drei Jahre alt ist und die Eltern sich aufstellen für ein ausgewogenes Miteinander.

Beim Elternbrunch wurde viel diskutiert

Beim Elternbrunch wurde viel diskutiert


Nicht alle Familien wohnen in Eppendorf

Das neben mir auch Musiker Johannes Strate, Frontman der Band Revolverheld, über seinen Spagat zwischen Job und Vaterrolle spricht, ist sehr spannend, aber natürlich nicht stellvertretend für den Großteil der deutschen Papas, die sich täglich zwischen Job und Familie aufreiben. Denn da war sich die Runde einig: Eltern aus Berlin Prenzlberg oder Hamburg Eppendorf wohnen unter einer Glocke und sind somit kaum repräsentativ für einen echten Querschnitt durch die Bevölkerung.
Wie es in deutschen Wohnzimmern wirklich aussieht, hat Fotografin Gesche Jäger in ihrem Bildband "Väterland" festgehalten. Elf Familien hat sie lange begleitet und dabei festgestellt, dass viele Familienmodelle kunterbunt, das Leben dahinter aber nicht immer nur rosarot ist. Kinder sind für Eltern oft das größte Glück, aber auch anstrengend und aufreibend. Und mit dem hausgemachten, internen Stress mischt sich dann noch der finanzielle Kummer und die Sorge um Freunde, Job und die eigene Verwirklichung.

Wir müssen reden!

Die Politik ist gefordert und die Arbeitgeber sind es auch. Ich selbst habe immer versucht, in meinem Start-ups möglichst wenige Regeln festzulegen. Das sorgt für mehr Flexibilität, setzt aber auch sehr viel Vertrauen und Strukturen voraus. Trotzdem findet der Prozess hin zum Vater 2.0 zum Großteil in den Köpfen der Menschen statt. Bis der Hausmann ebenso akzeptiert ist wie die vielen Mamas, die jeden Tag ihren Job für die Familie opfern, ist es noch ein langer Weg. Wichtig ist, darüber zu reden. Daher sind wir gern auch wieder beim nächsten Fisher-Price Elternbrunch am Start.

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