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Daddylicious: Daddy Christian Danner über Kindersicherheit im Auto

Ob Reboarder oder Fangkörpersystem: Welcher Kindersitz ist der Beste? Mark Bourichter hat bei einem nachgefragt, der es wissen muss: Christian Danner, Ex-Rennfahrer und vierfacher Vater.

Schon bei der Wahl des Kindersitzes scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf den Reboarder, die anderen auf einen Kindersitz mit Fangkörper und wiederum andere setzen auf die klassische Variante. Wir haben einen Vater gefragt, der es wissen MUSS! Christian Danner hat nicht nur als Ex-Rennfahrer und Formel-1-Experte das Hintergrundwissen in Sachen Sicherheit im Straßenverkehr. Sein Vater war der bekannte Unfallforscher Max Danner und er selbst ist Schirmherr der Initiative „Kleine Helden leben sicher”. Wir haben dem 56-jährigen Vater von vier Kindern unsere zehn kernigen Fragen gestellt. Er klärt nicht nur über den richtigen Kindersitz auf. Er schildert seinen Weg zum Rennfahrer ohne die Unterstützung seines Vaters und die Herausforderungen, die sein Job im Formel-1-Zirkus mit sich bringt. Für alle Väter (und Mütter) eine 5-Minuten-Pflichtlektüre.

DADDYlicious: Christian, was würdest Du antworten, wenn Dein Kind sagen würde "Ich will Rennfahrer werden, Papa!"

Ich würde mich mit dem Thema auseinandersetzen müssen, wobei ich als „Vorbelasteter“ einen recht skeptischen Ansatz habe. Ich würde in Ruhe die überschaubaren Erfolgschancen mit meinem Kind besprechen und natürlich auch auf die Risiken in diesem Beruf hinweisen. Aber natürlich hat man als Vater nochmal eine ganz andere Sicht auf diesen Berufswunsch als ein Experte der Formel 1.

DADDYlicious: Dein Vater war Unfallforscher, was hat Dir Dein Vater mit auf den Weg gegeben?

Mein Vater hat als Ingenieur und Professor an der Universität eine sehr analytische und wissenschaftliche Herangehensweise zu dem Thema Unfall gehabt. Eins hat er mir mit auf den Weg gegeben: Das Thema Risikomanagement. Unfälle wird es immer geben, aber wie ich mit dem Risiko umgehe, da kann man selbst viel zu beisteuern.

DADDYlicious: War da eine Karriere als Rennfahrer nicht ein Stück "Rebellion"?

Das würde ich nicht sagen. Ich habe meine Entscheidungen danach getroffen, was mir wichtig war und was ich machen wollte. Ich hätte mich sicherlich gefreut, wenn mein Vater dies unterstützt hätte. Aber die Tatsache, dass er es nicht unterstützt hat, war keine Rebellion. Es hat nur dazu geführt, dass ich meine berufliche Laufbahn als Rennfahrer ohne ihn einschlagen musste. Ich wusste aber, was ich machen wollte und das habe ich durchgezogen.

DADDYlicious: Sicherheit im Straßenverkehr ist auch Dir ein großes Anliegen. Was hat es mit der Initiative "Kleine Helden leben sicher" auf sich?

Die Initiative „Kleine Helden leben sicher“, die vom Bundesverband Deutscher Kinderausstattungs-Hersteller e.V. ins Leben berufen wurde, informiert über Kindersicherheit im allgemeinen und hat dieses Jahr das Schwerpunktthema Kindersicherheit im Straßenverkehr. Ich engagiere mich hier, da ich aus der Formel 1 weiß, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit der Sicherheit umzugehen. Die Initiative soll Eltern helfen, ihre Kinder zu schützen und Risiken zu reduzieren. Wir informieren über neueste Trends und Erkenntnisse sowie Tipps für den richtigen Umgang mit Kindersitzen und Kindersicherheit.

DADDYlicious: Wo siehst Du noch den größten Nachholbedarf beim Thema Kindersicherheit im Straßenverkehr?

Die Schule und Eltern spielen bei der Kindersicherheit eine große Rolle. Sie müssen die Kinder für die Gefahren im Straßenverkehr, auf dem Rad und zu Fuß sensibilisieren. Kinder haben als Verkehrsteilnehmer ihren eigenen Entscheidungsraum – halte ich bei Rot an oder nicht – und sie müssen lernen, wie sie damit richtig umgehen. Wenn es um Kindersicherheit im Auto geht, tragen Eltern die Verantwortung. Und hier sehe ich den Nachholbedarf bei der Information: Es reicht nicht, nur einen guten Kindersitz zu kaufen, man muss auch lernen, diesen korrekt zu installieren und die Kinder richtig zu sichern. Sonst hilft der beste Sitz im Falle eines Unfalls nicht.

DADDYlicious: Beim Thema Kindersitze scheiden sich die Geister. Was ist sicherer? Reboarder oder Kindersitz mit Fangkörper?

Rückwärtsgerichtete Kindersitze sind, meiner Meinung nach, besonders für kleinere Kinder am sichersten. Das liegt daran, dass der Nacken und die Muskulatur des Kindes noch nicht stark ausgebildet sind, der Kopf jedoch im Verhältnis zum Körper des Kindes viel schwerer ist, als dies bei einem Erwachsenen der Fall ist. Ein rückwärtsgerichteter Sitz verfügt über ein 5-Punkt-Gurtsystem. Aus meiner Erfahrung als Rennfahrer bin ich der Meinung, dass ein Sitz mit mehr Angelpunkten sicherer ist, da die einwirkende Energie auf die starken Knochen des Kindes verteilt werden kann. Bei der Formel 1 sind die Fahrer beispielsweise mit sechs Gurten gesichert. Bei Fangkörpersystemen bezweifle ich, dass sie das Kind im Falle eines Unfalls, zum Beispiel beim Überschlag, sicher im Sitz halten und ob durch den Fangkörper die einwirkende Energie nicht zu sehr auf den Bauchbereich drückt.

DADDYlicious: Was war als Vater für Dich die größte Herausforderung?

Durch meinen Beruf in der Formel 1 reise ich sehr viel und bin immer dort, wo die Rennen ausgetragen werden. Ich denke, die Herausforderung liegt darin, meinen Beruf und die damit einhergehenden Bedingungen mit der Rolle als Vater zu vereinen. Das ist natürlich nicht immer leicht, wenn man viel reist und Stress hat. Aber ich habe mich da gut eingespielt und schaffe es, beides zu vereinen.

DADDYlicious: Gibt es etwas, was Du als Vater bereut hast?

Ich liebe es, Vater zu sein und auch alles, was mit der Rolle als Vater zusammenhängt. Ich genieße wirklich jeden Moment. Daher fällt mir nichts ein, was ich bereue.

DADDYlicious: Welche drei Tipps würdest Du einem Freund und zukünftigen Vater mit auf den Weg geben?

In Sachen Verkehrssicherheit muss man sich einfach im Klaren darüber sein, dass Kinder im Auto eine ganz spezielle Behandlung brauchen. Man muss sich mit dem Thema auseinander setzen. Nicht nur dass das Kind sich wohlfühlen muss, sondern es muss gegen alle Eventualitäten, die in einem Auto passieren können, abgesichert sein. Da muss man sich Zeit nehmen, ein bisschen Hirnschmalz anwenden und immer wieder aufs Neue kontrollieren, ob das Kind richtig sitzt, der Sitz richtig installiert ist, ob die Gurte korrekt positioniert sind. Man sollte einfach immer dran bleiben, das ist der wichtigste Tipp.

DADDYlicious: Die nächste Evolutionsstufe wäre Großvater. Auf was freust Du Dich besonders?

Meine Tochter ist erst fünf Jahre alt. Daher bin ich noch Jahre davon entfernt und mache mir darüber im Moment keine Gedanken.

DADDYlicious: Vielen Dank für das Interview, Christian.

Die Sicherheit der Kinder im Auto ist Elternsache. Selbst bei einem kurzen Weg zur Kita oder zum Supermarkt müssen Kinder von Mama und Papa perfekt gesichert werden. Und ausnahmsweise empfehlen wir ausdrücklich den Besuch auf einer rosagefärbten Webseite! Keep Calm and DADDY on!

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