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Daddylicious: Entschleunigung im Märchenwald

Ein Besuch im Freizeitpark, aber ohne bunte Lichter, überteuerte Preise und lange Schlangen: Mark Bourichter besucht mit seinem Sohn den Märchenwald, in dem er selbst als Kind spielte - und verliebt sich erneut.

Ich schreibe diesen Beitrag auch auf die Gefahr hin, dass dieses kleines Einod der Glückseligkeit bald eine Menge neue Besucher bekommt, denn es ist ein Juwel liebevoller Märcheninszenierung und analogem Entertainment: der Freizeitpark Sommerrodelbahn im Tecklenburger Land. Mit dem Attribut "Freizeitpark" verbindet man eigentlich atemberaubende Achterbahnen, Free-Fall-Tower, Wildwasser-Action und ein umwerfendes Show-Programm mit bunten Lichern, Lasern und Feuerwerk. Hier in Ibbenbüren ticken die Uhren anders. Oder eigentlich gar nicht - denn seit meinem letzten Besuch vor 35 Jahren hat sich maximal der Flyer verändert, in dem das Waldstückchen mit seinen überschaubaren Erlebnisstationen veranschaulicht wird - einen Steinwurf von den Dörenther Klippen entfernt.

An einem sonnigen Herbstmorgen machten wir uns letztes Wochenende auf den Weg in Richtung Ibbenbüren. Auf der Fahrt kamen alte Erinnerungen hoch. An die kleinen Häuschen im Wald, die so ziemlich alle bekannten Märchen erzählen. Aschenputtel, Rotkäppchen, die Sieben Zwerge und Co. Bekannt? Ja, wir kennen Sie noch. Die blutrünstigen Geschichten in denen Menschen von Wölfen gefressen und anschließend wieder aus den Leibern der lebenden Tiere herausgeschnitten werden. Wo Hexen Kinder entführen und einsperren und Zaubertränke als K.O-Tropfen die Zukunft eines Liebespaares zerstörten. Heute gibt es zum Glück Geschichten, die weniger apokalyptisch daher kommen. Ich jedenfalls habe mich schon vor langer Zeit von diesen Märchenbüchern verabschiedet. Andere Geschichte. Zurück zum Wesentlichen.

Das Herbstlaub fällt auf den (noch) leeren Parkplatz. Lediglich drei weitere Familienkutschen haben unglücklicherweise direkt unter eine Reihe Eichen geparkt, dessen Früchte nach und nach das Blechkleid zerbeulen. Ich wähle einen Platz in der Mitte und der Charme der 60er Jahre schlägt mir bereits durch das leerstehende Café-Gebäude unweit des Haupteingangs entgegen.

Bereits am Aufgang des Etablissements kramt mein Gehirn die alten Bilder auf der Festplatte hervor und mir wird deutlich: den Buggy kannst Du getrost wieder im Kofferraum parken. Heute ist Laufen angesagt - oder eben der Transport des Sohnemanns auf der Schulter. Vergeblich suche ich auf dem Vorplatz die Kasse, schnappe mir eben diesen neuen Prospekt und wir tauchen ein - in die Welt der Gartenzwerge. Die Sommerrodelbahn hingegen liegt noch verschlafen im Morgendunst. Aber dazu später mehr. Wir laufen also auf eine Brücke zu und hören unweit das angestrengte Pfeifen einer Lokomotive. Schon wenig später bimmelt die Elektrolok samt Eltern und Kinder im Schlepptau zum nahegelegenen Bahnhof. Die erste Station war also klar: die Fahrt mit der Oldtimer-Bahn durch "den Park".

Sehr wahrscheinlich war es schon vor 40 Jahren eine Oldtimer-Bahn. Jetzt also Oldtimer-Oldtimer-Bahn. Kostenpunkt: 1,50 Euro pro Person. Aha, hier wird also pro Attraktion bezahlt. War mir natürlich nicht bewusst. Vor 35 Jahren habe ich mich auch nicht um die Bezahlung gekümmert. Ich gebe mein Kleingeld einem freundlichen Studenten, dem die letzte Nacht noch aus dem Gesicht springt und wir setzen uns in die schmalen Waggons. Es ist frisch - spielt aber zumindest beim Dreijährigen keine Rolle. Und schon geht es los. Ich kann mich noch erinnern, wie unendlich lange diese Fahrt an Miniaturschlössern, Keramik-Kaninchen und durch das Zwergenbergwerk damals als Kind gedauert hat und wie spannend die Fahrt über die Brücke war. Nach drei Minuten parkt die Lock wieder am Gleis 1. Durch das sechsfach lackierte Vintage-Drehkreuz auf dem Weg ins nächste halsbrecherische Abenteuer: Das Oval des Todes! Die Auto-Scooter-Bahn.

Genauer gesagt zwei Ovale. Vorne die einsitzigen Autoscooter für die Kids und weiter hinten die "Trike-Bahn" für die ganz coolen Jungs. Ein Euro kostet die Fahrt im Autoscooter und mein Sohn lenkt den Boliden mit drei Stundenkilometern stolz wie Oskar über die Metallplatten. Funken schlagen vom in die Tage gekommenen Stromgitter unter dem Wellblechdach. Ich stehe bereits wieder an der Kasse des Rekommandeurs und besorge zwei weitere Chips. Aber Achtung! Bei dem Trubel ist der Überblick des Fachpersonals lebensentscheidend:

Nach dem adrenalingetränkten Prolog stehen wir nun wirklich an einer Kasse zum Märchenwald - neben der Rodelbahn die eigentliche Attraktion des Hügels. 4,50 Euro für Kinder bis 80 Jahre. Die unter Dreijährigen kommen auf lau in die Welt der Fabelwesen, die seit dem Wirtschaftswunder zwischen Fichten und Buchen ihr Unwesen treiben. Die kleinen Häuser erzählen mit beweglichen Puppen und einer Tonspur die Geschichten der Grimm Brother. Teilweise wirklich zum Schaudern. Auch dem Kleinen ist ein wenig mulmig.

Trotzdem ist der Rundgang sehr spannend und die Zwerge im Bergwerk oder die verstaubte "Vogelhochzeit" entlocken meinem Sohn ein Zitat: "Papa? Das gefällt mit hier sehr gut!" Ich denke nur: "Warte erst mal ab! Gleich stürzen wir uns die schwarze Piste der Sommerrodelbahn herunter, Dude!"

Und da liegt sie! Mit zwei atemberaubenden Abfahrten auf eine Länge von geschätzten 75 Metern. 50 Cent kostet der Ritt pro Person. Abzugeben beim Skiliftbremser, der die Mechanik von 1926 bedient. 1926 - das war ein Jahr vor der Eröffnung der Nordschleife und damals sicherlich der heißeste Scheiß in ganz Deutschland! Und bei den Kindern ist sie es heute noch. Die anfängliche Panik auf dem Holzschlitten mit Riffelblechverkleidung schwenkte nach der Zieleinfahrt (Dauer der Fahrt ca. 10 Sekunden) in absolute Freude um. "Nochmal! Nochmal!" So enthusiastisch habe ich meinen Sohn noch nie Treppen steigen sehen. Und wir haben dem Studenten unser ganzes Kleingeld vermacht. Und das sehr gerne!

Nach rund zweieinhalb Stunden waren wir durch. Sohn happy und ich selbst habe die schönen 35 Jahre alten Erinnerungen aufgekocht. Es ist tatsächlich noch alles so wie in den 70er Jahren. Und wahrscheinlich auch wie in der 60ern und 50ern. Und das ist wunderbar! Kein Bling-Bling! Kein Bässe-Wummern! Kein Schlangestehen! Keine überzogenen Preise oder aufdringliche Merchandise-Verkaufsstationen. Wer will, der kann noch ganz entspannt eine Currywurst essen und fertig. Alles in allem haben wir zu dritt rund 20 Euro ausgegeben. Ebenfalls okay, obwohl die ein oder andere Station ein wenig Pflege benötigt.

Ich hoffe inständig, dass der Park so bleibt wie er ist. Denn für die Kinder unter fünf Jahren ist es ein absolutes Highlight. Und das zählt! Alle Infos zum Abenteuer eures Lebens auf www.sommerrodelbahn.de. Ich muss jetzt los! Die Jungs brauchen noch einen vierten Mann zum Doppelkopf:

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.