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Daddylicious Kinder lieben Wiederholungen …holungen …holungen

Daddylicious: Kinder lieben Wiederholungen …holungen …holungen

Von unseren großen Kindern kannte ich es schon, dass es bei einigen Aktivitäten gar nicht genug Wiederholungen geben konnte. Und damit meine ich nicht, dass es jeden Tag Pommes oder Pizza auf dem Kinderteller sein sollten. Sondern sowas wie ein gemeinsamer Fernseh-Abend. Wenn wir zum Beispiel den neuen Spongebob-Film aus einer Videothek - die Älteren erinnern sich - ausgeliehen und gemeinsam geschaut haben, dann haben die Kleinen meist danach verlangt, den Film noch mindestens dreimal zu sehen, bevor er wieder abgegeben wurde.

Diese Frequenz kannte ich bisher nur von meiner Freundin aus Teenie-Zeiten und dem Film Dirty Dancing, den sie mehr als zehn mal im Kino gesehen hat. Aber darum geht es gar nicht. Sondern um unseren eigenen Nachwuchs.
Während wir Eltern versuchen, ständig neue Highlights zu setzen mit neuem Spielzeug, neuen Aktivitäten und neuen Unterhaltungsangeboten, fühlen sich die Lütten offensichtlich wohl, wenn sie sich auf bekanntem Terrain bewegen. Unsere Tochter möchte JEDES MAL, wenn Oma zu Besuch kommt, die beiden Ziegen Trudi und Rudi im Niendorfer Gehege in Hamburg besuchen. Und sie reagiert dementsprechend verärgert, wenn die Großmutter sich ein neues Programm ausgedacht hat.

Bestätigt wurde das Gesetz der Serie jüngst auf unserer sechsstündigen Anfahrt zum verlängerten Familienurlaub in Belgien. Ausgestattet mit einer Reihe neuen Hörbücher lief die eine Geschichte "Findus zieht um" aus der Serie Petterson und Findus in der Dauerschleife. Auf der Hin- und Rückfahrt. Und zwar nicht beiläufig, sondern unter konzentriertem Zuhören bis zur Textsicherheit im letzten Durchlauf. Und auch wenn wir den Sound im Reisemobil auf die Rückbank konzentrieren konnten, hatten meine Frau und ich am Ende dann doch genug von der Geschichte. Es hätte gern auch mal eins der anderen Hörbücher sein können. Aber dieser Wunsch nach mehr Abwechslung scheint sich erst noch entwickeln zu müssen.

Ähnlich konsequent ist der Stöpsel übrigens auch bei Ablehnung. Das Anziehen am Morgen ist ein täglicher Kampf. Auch da setzt keine Abnutzung oder eine Lernkurve ein. Dinge scheinen sich einfach wiederholen zu müssen.

Foto: © Konstantin Yuganov (Fotolia)


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