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Daddylicious: Liebe Familien, bitte helft notleidenden Kindern – #BloggerFuerFluechtlinge

Es ist nicht die Zeit für lustige oder provokante Geschichten übers Familienleben, findet Kai Bösel. Denn den Blogger beschäftigt die Situation von Flüchtlingen in Deutschland. Er will helfen.

Jeden Mittwoch veröffentlichen wir im Rahmen unserer Kolumne hier beim Stern einen Beitrag, der sich an Väter (und auch Mütter) richtet. Manchmal provokant, manchmal lustig, manchmal sehr persönlich. Wie gewohnt in unserer knackigen Schreibe. Das kommt meist recht gut bei Euch an. Aber heute fällt es mir schwer, ein fluffiges Thema zu finden. Dafür hängen aus meiner Sicht etwas zu düstere Wolken über uns.

Ich werde dieses eine Bild nicht los, in dem ein kleines Kind in abgewetzten Klamotten mit dem Gesicht nach unten auf dem Meer treibt. Ich frage mich immer wieder, wie es sich anfühlen muss, wenn vier kleine Kinder zusammen mit vielen Erwachsenen in einem Laster ums Leben kommen, während sie verzweifelt Beulen in die Wand schlagen. Und dann gibt es hier eine Bildergalerie von Kindern, die das Beste aus Ihrer Situation machen und bei all dem Kummer sogar ein zartes Lächeln auf dem Gesicht haben. Und dann will mir nicht in den Kopf, wie man der Meinung sein kann, diese Menschen hätten keine Hilfe verdient. Die Sorgen, die diese Menschen antreiben, kann sich wohl niemand vorstellen. Um das Leben seiner Kinder fürchten zu müssen, das muss die unerträglichste Last sein, die einen Unmenschliches ertragen lässt.

Klar frage auch ich mich nach den Konsequenzen der aktuellen Flüchtlingswelle. Wird das irgendwann wieder weniger oder wird es in dieser Frequenz weitergehen? Wie kann unser Sozialsystem diesen Ansturm bewältigen und ist es möglich, allen Flüchtlingen eine lebenswerte Situation zu ermöglichen? Es muss erlaubt sein, sich diese Fragen zu stellen. Aber nun geht es erstmal darum, den Menschen ein Dach über dem Kopf, genug Kleidung zum Anziehen und ausreichend Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Niemand nimmt uns etwas weg oder hat böse Absichten, die Menschen fliehen aus Angst um Ihr Leben und das ihrer Kinder. Kaum ein anderer Grund würde sonst jemanden dazu bewegen, seine Heimat zu verlassen und alles Materielle zurückzulassen.

Es gibt aber zum Glück auch viele Beispiele, die Hoffnung machen. Unterstützung von Til Schweiger, Oliver Pocher oder Joko und Claas als Eigen-PR abzustempeln, ist albern, man sollte dankbar sein, denn Promis haben nun mal eine enorme Reichweite und können so für Aufmerksamkeit sorgen. Und dann gab es noch die Bilder des syrisches Vaters, der mit seinem erschöpften Kind auf dem Arm ein paar Stifte verkauft, um Geld für das nächste Essen zu verdienen:


Inzwischen wurden über den Twitter-Aufruf mehrere Tausend Dollar für Vater und Kind gesammelt.


Ebenso bemerkenswert ist die Initiative Blogger für Flüchtlinge, das Projekt hat das Ziel, Augen zu öffnen und gemeinsam die Flüchtlingshilfe zu unterstützen. Jeder einzelne von Euch wird aufgerufen, Geld oder Produkte zu spenden, vor Ort zu helfen oder einfach die Botschaft zu teilen, der entsprechende Hashtag ist #BloggerFuerFluechtlinge. Wenn Ihr also schon nicht direkt vor Ort helfen könnt, dann lasst ein paar Taler springen. Ihr helft so, notleidenden Kindern etwas mehr Sicherheit zu geben.

In der nächsten Woche gibt es dann wieder eine gewohnt lesenswerte Papa-Geschichte. Versprochen.

© Maren Winter (Fotolia)

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