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Chinas Ein-Kind-Politik: Will das Volk aus Einzelkindern überhaupt Geschwister?

Seit 1979 durften Paare in China nur ein Kind bekommen. Nun wurde das Ende der Ein-Kind-Politik verkündet, doch die Auswirkungen werden noch lange zu spüren sein. Wie finden die Einzelkinder ihr Leben ohne Geschwister?

Jiejin Qiu ist im sechsten Monat schwanger. Durch das Ende der Ein-Kind-Politik in China wird dieses Kind vielleicht nicht ihr Einziges bleiben. Seit 1979 durften Eltern in der Volksrepublik nur ein Kind bekommen, um so die Geburtenrate zu senken.

Jiejin Qiu ist im sechsten Monat schwanger. Durch das Ende der Ein-Kind-Politik in China wird dieses Kind vielleicht nicht ihr Einziges bleiben. Seit 1979 durften Eltern in der Volksrepublik nur ein Kind bekommen, um so die Geburtenrate zu senken.

Mutter, Vater, Kind: Seit 1979 durften Familien in China nur aus drei Personen bestehen. Ein zweites Kind war nur in Ausnahmefällen erlaubt. Und auch wenn es im Laufe der Jahre immer mehr Ausnahmen gab, der Großteil der Chinesen, die ab 1979 geboren sind, lebt als Einzelkind. Das wird sich nun ändern: China verkündete heute ganz offiziell das Ende der Ein-Kind-Politik. Alle Paare dürfen nun zwei Kinder bekommen.

Haben die gesellschaftlichen Veränderungen, die durch eine Generation voller Einzelkinder zu beobachten sind, einen Einfluss auf die Entscheidung der Regierung gehabt? Viele der jungen Chinesen klagen über den Druck, der auf ihnen als einzigen Nachkommen lastet. Die chinesische Gesellschaft steuert auf eine immense Überalterung zu. Und auch die Zustimmung innerhalb des Volkes sinkt seit Jahren: Immer häufiger trauen Frauen sich, von Zwangsabtreibungen, die der Staat bei einer nicht genehmigten Schwangerschaft durchgeführt haben soll, zu berichten.

Der Fotograf Carlos Barria hat junge Chinesen gefragt, ob sie gerne Geschwister hätten und zwar einen aus jedem Jahrgang seit 1979 bis 2014. Das Ergebnis: Von den 36 Befragten haben sich vier enthalten (weil sie noch nicht sprechen konnten oder wollten), elf sind froh, keine Geschwister zu haben, während 21 gerne einen Bruder oder eine Schwester hätten. Um so älter die Porträtierten sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie gerne Geschwister hätten. Mal weil sie sich Gesellschaft wünschen, mal weil sie die Verantwortung gegenüber den Eltern gerne mit jemandem teilen würden.

Ein Grund, aus dem Geschwister abgelehnt werden, der häufiger genannt wird, ist, dass weitere Kinder die Chance auf eine gute Ausbildung mindern könnten. Weil ihre Eltern dann weniger Geld für ihre Bildung ausgeben könnten. Oder weil der viele Lärm zu Hause sie vom Lernen abhalten könnte. "Ich habe all meine Klassenkameraden, die Brüder oder Schwestern haben, beobachtet. Keiner von ihnen ist besonders gut in der Schule", sagt zum Beispiel Wang Qi'an, 12 Jahre alt. Deswegen möchte er selbst keine Geschwister.

Wenn sich Geschwister gewünscht werden, dann oft ältere Brüder, die einen beschützen können. Seit der Einführung der Ein-Kind-Politik stehen Söhne hoch im Kurs. Darf man nur ein Kind haben, dann wenigstens einen Mann, ist die Devise. Häufig werden weibliche Föten abgetrieben. Welche Folgen der Männerüberschuss haben wird, ist noch nicht klar. Doch schon jetzt klagen viele junge Chinesen darüber, dass sie keine Freundin finden können.


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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.