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Hebammen-Streit: Einigung mit den Krankenkassen nur erster Schritt

Monatelang hatten Deutschlands Hebammen wegen explodierender Versicherungsprämien Alarm geschlagen. Nun wurden Ausgleichszahlungen vereinbart - die aber nur kurzfristig weiterhelfen.

Die vereinbarten Ausgleichszahlungen für die steigenden Versicherungsprämien von Hebammen können aus Sicht der Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) nur ein erster Schritt sein. Es sei zwar gut, dass die hohen Haftpflichtprämien der Hebammen nun refinanziert werden können, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. "Aber es fehlt weiter eine dauerhafte Antwort auf die Haftpflichtproblematik. Hier warten wir noch auf eine Lösung, die das Bundesgesundheitsministerium finden muss."

Auch der Deutsche Hebammenverband (DHV) hält die am Dienstag mit den Krankenkassen getroffene Regelung nur für eine Zwischenlösung. Die rund 3000 freiberuflichen Hebammen in Deutschland hatte wegen der massiv gestiegenen Beitragssätze zuletzt um ihre Existenz gebangt.

Am Dienstag hatten sich die Hebammen nach monatelangem Tauziehen mit den Krankenkassen auf einen finanziellen Ausgleich für ihre gestiegenen Haftpflichtprämien geeinigt.

"Keine Alternative"

Wegen massiv gestiegener Beitragssätze bei der Haftpflichtversicherung hatten die rund 3000 freiberuflichen Hebammen in Deutschland zuletzt um ihre Existenz gebangt. Die Verhandlungen mit den Kassen über Ausgleichszahlungen waren im Mai zuerst gescheitert.

Rund zweieinhalb Monate später teilte der Hebammenverband nun mit: "Nach eingehender Prüfung sieht der DHV keine Alternative." Immerhin gebe es im Vergleich zum ursprünglichen Angebot des GKV-Spitzenverbands einen Zuschlag auf die Gesamtvergütung sowie Verbesserungen für die sogenannten Beleghebammen, die in Kliniken und Geburtshäusern zum Einsatz kommen.

Monatelang schlugen die Hebammen Alarm, weil sich die Haftpflicht-Tarife für die Geburtshilfe in den vergangenen Jahren vervielfacht hatten. Das hängt vor allem damit zusammen, dass auch die Therapiekosten deutlich gestiegen sind, wenn ein Kind durch einen Fehler der Hebamme bei der Geburt geschädigt wird.

Während angestellte Hebammen über ihren Arbeitgeber abgesichert sind, müssen Freiberuflerinnen das Risiko selber versichern. Das wurde in den vergangenen Jahren auch deshalb immer teurer, weil kaum noch eine Versicherung entsprechende Angebote für Hebammen bereitstellen wollte. Zuletzt war die Situation so verfahren, dass sich sogar Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe einschaltete.

vim/DPA / DPA

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