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Homeschooling: Schülerin versteht Mathe nicht, ihr Lehrer kommt einfach mit einer Tafel vorbei

Eine Schülerin kam bei ihrer Mathe-Aufgabe nicht weiter und bat den Lehrer per Mail um Hilfe. Der kam mit einer Tafel im Gepäck zu ihr nach Hause und erklärte die Rechnung – durch die Tür hindurch.

Es sind keine einfachen Zeiten gerade, weder für Schüler noch für Lehrer. Die Schulen sind wegen des Coronavirus geschlossen, der Stoff soll zu Hause erarbeitet werden. Mathe ist oft schon schwer genug zu verstehen, wenn die Schüler die Aufgaben aber alleine lösen sollen und auch die Eltern keine große Hilfe sind, wird es noch schwieriger.

So ging es der zwölfjährigen Rylee Anderson aus Madison im US-Bundesstaat South Dakota. Sie kam mit den Mathe-Aufgaben, die ihr Lehrer ihr zugeschickt hatte, nicht weiter. Auch ihre Eltern sind nicht gerade Rechengenies, erklärte Rylee dem Nachrichtensender CNN: "Als meine Mutter versuchte, mir zu helfen, waren alle ihre Lösungen falsch." Glücklicherweise hat Rylee mit Chris Waba einen Mathelehrer, der gerade in dieser Zeit seinen Beruf mit großem Engagement ausübt.

Spontane Nachhilfe mit Social Distancing

Rylee hatte ihm zunächst ein paar Fragen per Mail geschickt. Doch statt schriftlich zu antworten, klingelte Waba kurzerhand an der Tür der Schülerin – er wohnt in der gleichen Straße. Mitgebracht hatte er zudem ein kleines Whiteboard, auf dem er Rylee den richtigen Rechenweg erklärte. Dabei hielten beide natürlich den richtigen Abstand ein: Waba bliebt draußen auf dem Hof stehen, während Rylee von der Schwelle durch die Glastür zuhörte.

Auch Lehrer stehen vor der Herausforderung, plötzlich Unterricht auf Distanz durchführen zu müssen – etwas, für das die meisten von ihnen eigentlich nicht ausgebildet sind. Wie das funktionieren kann, dafür ist Chris Waba wohl ein gutes Beispiel. Zehn Minuten lang erklärte er Rylee die Gleichungen. "Er hat mir dabei geholfen, es zu verstehen", sagte die Schülerin später.

Lehrer mit Leidenschaft

Ihr Vater fotografierte die ungewöhnliche Unterrichtseinheit und sorgte damit für einen vielbeachteten Tweet. Chris Waba gilt jetzt als Paradebeispiel für viele Lehrer, die ihren Job auch unter schwierigen Bedingungen ernstnehmen und sich individuell ihren Schülern widmen. 

Der digitale Unterricht liege ihm eigentlich gar nicht, gab Waba, der seit 27 Jahren in dem Beruf arbeitet, bei CNN zu. Viel lieber stehe er den Schülern direkt gegenüber. Umso mehr freute er sich darüber, dass Rylee am Ende ihre Mathe-Hausaufgaben selbst lösen konnte und sich bei ihm bedankte: "Dafür sind Lehrer doch da, für dieses Lächeln. Das macht mir Freude am Lehrersein, dafür machen wir es."

Quellen: Josh Anderson auf Twitter / CNN

epp

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