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Geständnisse von Müttern: Wie es sich wirklich anfühlt, Mama zu werden

Wenn Frauen ein Kind bekommen haben, strahlen sie auf den Bildern aus den ersten Tagen nach der Geburt. Doch das heißt gar nichts. Wie es in ihnen aussieht, lässt sich dort nicht erkennen – der Schein trügt.

Weil "nicht sein kann, was nicht sein darf", schlussfolgert der berühmte Palmström in dem Gedicht "Die unmögliche Tatsache" von Christian Morgenstern. Ein Auto hat ihn überfahren und er kann nicht begreifen, wie das passieren konnte. So lange denkt er darüber nach, bis er es schließlich leugnet – und zu einem Traum erklärt. Auf unseren Verdrängungsmechanismus können wir uns verlassen. Wenn wir etwas erleben, das wir nicht verstehen, weil wir es uns ursprünglich anders ausgemalt hatten, wollen wir es nicht wissen. Es ignorieren. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist die Freude groß, sollte man meinen. Die Anstrengung der Geburt ist überstanden, rundherum schlägt der Glückwunschhagel ein, alles strahlt. Nur die Mutter nicht? Ein No-Go. Aber doch eine Tatsache, wie die Erfahrungen zeigen, die Danielle Haines auf ihrer Website "Postpartum Confession" (Bekenntnisse nach der Geburt) veröffentlicht.

Wie alles begann

Nachdem sie vor einem knappen Jahr ihren Sohn bekommen hatte, machte die Amerikanerin Mitte September dieses Jahres ein Foto von sich bei Facebook öffentlich, das sie zuvor nur privat geteilt hatte. Darauf ist sie mit dem drei Tage alten Ocean zu sehen, doch von glücklichem Strahlen keine Spur. Ihre Augen sind voller Tränen, sie sieht verletzlich aus, wirkt aufgelöst. Baby-Blues? Ja. Aber auch noch etwas mehr.

This is a picture of me 3 days postpartum. I was so raw and so open, I was a fucking mess. I loved my baby, I missed...

Posted by Danielle Haines on Saturday, September 12, 2015

In ihrem Posting beschreibt sie ihre Gefühle. Von der Liebe zum Baby, dem Vermissen des bereits wieder arbeitenden Vaters, der Wut auf ihre eigene Mutter. Ihre Schmerzen. Von den wunden Brustwarzen, weil ihr Baby nach drei Tagen ohne Milcheinschuss allmählich Hunger hatte. Vom Schlafdefizit, weil sie permanent versuchte zu stillen. Sie war kurz vorm durchdrehen. Dann kamen ihre Freundinnen, eine nach der anderen. Und halfen. Bemutterten sie. Kümmerten sich. Kochten. Und Haines schreibt, wie wichtig das für sie war, nicht allein zu sein. Das Gefühl zu haben, jemand versorgt dich. Und bleibt, weil er spürt, dass du ihn brauchst.

Eine Website mit Erlebnissen

Obwohl selbst Hebamme, war Haines ihren Emotionen machtlos ausgesetzt. Die Tatsache jedoch, dass ihre Freundinnen genau wussten, wie es ihr geht, weil sie es genauso erlebt hatten, reichte, damit sie sich besser fühlte. Sie hatte eine wunderbare Zeit nach der Geburt, schreibt Haines. Weil sie diese Unterstützung erfahren durfte.

Um andere Mütter "vorzuwarnen", wie einem die Hormone, Schmerzen und die neue Sorge um das Baby zusetzen können, bietet Haines auf ihrer Website Platz für Geschichten nach der Geburt – was von "erfahrenen" Müttern bereits begeistert angenommen wird. Um Verwandte und Freunde darauf vorzubereiten, dass sie gebraucht werden. Schöne, überraschende, schlimme Erfahrungen, egal, Hauptsache ehrlich und ungeschönt. Denn nur so können sich Frauen darauf einstellen, dass sie sich möglicherweise anders fühlen werden, als es ihnen mit Heile-Welt-Fotos und -Geschichten vorgegaukelt wird. Dass sehr wohl sein kann, was nicht sein darf, Palmström.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.