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MÜNSTER: Wieder Uniwahlen...

Ich gestehe, ich bin ein Nichtwähler

Ich gestehe, ich bin ein Nichtwähler

Es waren wieder Uniwahlen und ich bin nicht hingegangen. Dabei hätte ich nicht mal zu einem muffigen Wahllokal müssen. Denn tagelang saßen die Wahlhelfer in den Eingängen der Institute. Ich hetzte durch die Gänge und hoffte, dass mich niemand zum Wählen bewegen will. Ich weiß, ich bin eine schlechte Studentin, denn meine Stimme kriegt jetzt jemand, den ich garantiert nicht gewählt hätte.

Nur ist es mir egal, wer nachher wegen mir nicht im Studentenparlament sitzt. Mir ist auch egal, welche politische Nachwuchsorganisation den AStA bildet.

Der AStA stellt Umzugswagen zur Verfügung. Das ist sehr nett. Er berät bei Fragen zur Krankenkasse und Studienfinanzierung. Das finde ich auch sehr schön. Und er streitet sich jedes Jahr mit der Bahn wegen dem Semesterticket. Alles sehr lobenswert.

Nur, warum ich ihn dafür wählen soll, weiß ich auch nicht. Vertreiben sich nicht sowieso immer die selben Nachwuchspolitiker die Zeit mit Hochschulpolitik? Und üben - für später?

Manchmal veranstalten die linken, konservativen und sonstigen Politikstudenten ideologische Grabenkämpfe. Das liest sich in der AStA-Zeitschrift »Links vorm Schloss« ganz lustig. He Leute, möchte ich ihnen dann zurufen, die 70er Jahre sind vorbei. Aber ich sage nichts. Interessiert mich nicht.

Ich gehöre zu den Alten, die den letzten großen Studentenstreik 1998 noch mitgemacht haben. Wir waren in Düsseldorf und haben demonstriert. Gebracht hat das alles nur leider nichts. Oder habe ich das etwa nicht mitgekriegt?

Was ich wirklich will, kann mir das Studentenparlament und der Asta eh nicht beschaffen: freundliche Bibliotheksangestellte, mehr Praxis und weniger Theorie im Studium, frisch gestrichene Seminarräume und besseres Wetter.

Dafür ist wohl eher der Weihnachtsmann zuständig. (tt)

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