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Bildband "Catalogue Girls": Schön von hinten

Bildbände mit erotischer Fotografie gibt es wie Sand am Meer. "Catalogue Girls" zeigt auffallend viele Frauen von hinten. Warum nur?

Erotik-Fotografie im Zeitalter von Mikrostock

"Du bist schön von hinten, mit ein paar Metern Entfernung / Schön bist du im Nebel, wenn du gehen musst / Bitte, bleibe nicht bei mir / Zeig mir deinen Rücken." ("Schön von Hinten", Stereo Total)

Bei Erotik-Fotografie geht es darum, den menschlichen Körper in seiner Schönheit zu inszenieren. In der Regel wird dabei die ganze Person ins Visier genommen, werden Frauen und seltener Männer von Kopf bis Fuß gezeigt.

Beim Betrachten des Bildbandes fällt gleich ins Auge, dass hier das Augenmerk auf Körperpartien gelegt wird. Der Oberkörper, die Lippen - und immer wieder der Po. Ganz wie in dem oben zitierten Song "Schön von hinten" der Band Stereo Total.

Der Bildband "Catalogue Girls" zeigt Stock-Fotografie

Der Grund für diese eigentümliche Konzentration auf einzelne Partien anstelle des Ganzen könnte in der Entstehung dieses Buches liegen. Während bei Fotobüchern zumeist ein spezielles Thema oder ein oder mehrere Models im Zentrum stehen, ist "Catalogue Girls" eine Ansammlung von Bildern, die über sogenannte Mikrostock-Agenturen vertrieben werden. Die zeichnen sich Gegensatz zu etablierten Agenturen dafür aus, dass sie Unmengen von Bildern über das Netz aufkaufen und zu günstigen Konditionen weiter verkaufen.

Der vorliegende Bildband präsentiert eine Auswahl erotischer Fotografien, die eben über Mikrostock-Agenturen vertrieben werden. Diese Bilder sind gerade nicht exklusiv, da sie immer wieder verkauft werden. Wie "Catalogue Girls" zeigt, verfügen sie aber doch über eine gewisse Qualität. Zusammengestellt hat das Buch der Fotojournalist Sven Müller, der hier einen Einblick über die Bandbreite erotischer Fotografie bei Stock-Agenturen liefert. Beim Sichten der hier versammelten Bilder trifft man dann aber tatsächlich auf Frauen, die nicht nur von hinten schön sind.

Die Fotografien stammen aus dem Bildband "Catalogue Girls. Erotik-Fotografie im Zeitalter von Mikrostock", herausgegeben von Sven Müller. Das Buch ist bei OIO Books erschienen, enthält 150 Abbildungen auf 160 Seiten und kostet 29,99 Euro. Mehr über den Band untewww.oiobooks.com

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Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?