Wer Wagner will, benötigt Zeit. Wenn auch nicht ganz so viel, wie der Komponist sich nahm, um seine musikalische Heimat in Oberfranken zu finden. Erst nach 40 Jahren, endloser Tingelei durch ganz Europa und jeder Menge Geldsorgen landete der Komponist 1871 schließlich in Bayreuth, angelockt durch das leer stehende Markgräfliche Opernhaus. Das aber war ihm zu klein, stattdessen ließ er das Festspielhaus bauen. Ein gigantischer Publikumserfolg seitdem. Wer zum 150. Jubiläum dieses Jahr eine Aufführung sehen wird, dürfte sein Ticket schon vor vielen Jahren bestellt haben.
Mit dem "Walk of Wagner" durch Bayreuth
Der runde Geburtstag von Deutschlands wohl bestbesetztem Musik- und Promi-Ereignis ist für die "New York Times" ein Grund, die kleine Stadt auf die legendäre "52 Places to Go"-Reiseliste zu setzen. Die Bayreuther Festspiele seien "beispiellos", so die US-Zeitung, auch weil sie "in einem Saal stattfinden, den Wagner eigens für die Anforderungen seiner Werke entworfen hat".
Die Stadt mit ihren beschaulichen Gassen, dem eindrucksvollen Neuen Schloss und der prunkvollen Eremitage hat sich fast gänzlich ihrem berühmtesten Bewohner hingegeben. Fast alle Top-Sehenswürdigkeiten haben mit Richard Wagner zu tun. Der "Walk of Wagner" führt zu zehn Stätten, an denen der Opernkomponist gewirkt hat.
Außer Richard Wagner: Bier
Auch Großkomponist Franz Liszt hat eine Verbindung zu Bayreuth: Seine Tochter Cosima war Wagners zweite Ehefrau. Er starb in der Stadt, als er 1886 seine Familie und die Festspiele besucht hatte.
Abseits der Musik bietet der oberfränkische Ort etwa das Schloss Fantaisie inklusive beeindruckendem Garten. Es liegt im Ortsteil Donndorf, fünf Kilometer westlich von Bayreuth. Wem das nicht reicht, kommt einfach wegen der Brauhäuser und der Studierendenszene hierher.
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