Nam June Paik Der Vater der Video-Kunst ist tot


Der koreanische Video-Künstler Nam June Paik ist im Alter von 73 Jahren in Miami gestorben. Der studierte Musiker, Kunstgeschichtler und Ästhet war vor allem für seine Videoskulpturen bekannt.

Der als "Vater der Videokunst" bekannte Künstler Nam June Paik ist tot. Paik sei am Sonntagabend in seiner Wohnung in Miami gestorben, hieß es am Montag auf der Website des aus Korea stammenden Künstlers. Paik war 73 Jahre alt. Er werde in den nächsten Tagen in New York beigesetzt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf seine Familie.

Der "Allroundkünstler" Paik, der einem weltweiten Publikum vor allem durch seine Installationen und Videoskulpturen bekannt wurde, begann seine Laufbahn als Komponist. Er studierte in Japan und in Deutschland Kunst- und Musikgeschichte. An der Musikhochschule Freiburg studierte er Komposition. Bereits in den 50er Jahren machte er durch Musikexperimente auf sich aufmerksam, mit denen er das Publikum durch das Zertrümmern von Instrumenten schockieren wollte.

Mitglied der Fluxus-Bewegung

In den 60er Jahren nahm Paik das Medium Fernsehen in seine Arbeiten auf. Er war auch Mitglied der Fluxus-Bewegung, die durch ihre Aktionskunst einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung der modernen Kunst hatte. Mit einer Soloausstellung unter dem Titel "Exposition of Music-Electronic Television" in der Wuppertaler Galerie Parnass, bei der er aus mehreren Bildschirmen eine Skulptur aufbaute, wurde er 1963 bekannt.

Paik beteiligte sich an Happenings mit Joseph Beuys und erwarb 1965 eines der ersten Modelle einer tragbaren Videokamera. 1970 sorgte er mit seiner Werkreihe "closed circuits" für Aufsehen. Berühmtestes Beispiel dieser geschlossenen Kreise ist der Video-Buddha: eine antike Buddha-Statue, die vor einem Fernseher sitzt und sich selbst beim Fernsehen zuschaut. Paik studierte Musik, Ästhetik und Philosophie in Japan und experimentierte sehr früh mit Radio- und Fernsehformaten. 1979 wurde er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1996 war der Künstler halbseitig gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

AP/DPA AP DPA

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