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Raubkunst: Streit um Klimt-Bilder

Österreich wird möglicherweise vor einem US-Gericht angeklagt, sechs Bilder des Jugendstil-Malers Gustav Klimt unrechtmässig im Wiener Schloss Belvedere auszustellen.

Die Republik Österreich wird möglicherweise vor einem US-Gericht angeklagt, sechs Bilder des Jugendstil-Malers Gustav Klimt unrechtmäßig im Wiener Schloß Belvedere auszustellen. Die in Los Angeles lebende Nichte des jüdischen Wiener Kunstsammlers Ferdinand Bloch-Bauer, Maria Altmann, fordert seit mehreren Jahren die Kunstwerke zurück. Am Montag hat nun das US-Höchstgericht in Washington erstmals entschieden, dass der Streit in den USA verhandelt werden kann. Dies berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montagabend in Wien in Bezug auf ein Schreiben des Anwalts der Klägerin, Randal Schoenberg.

Österreich sieht sich im Recht

Die Gemälde waren nach der Flucht von Ferdinand Bloch-Bauer vor den Nationalsozialisten in den Besitz der Republik Österreich gefallen. Sie ziehen als Hauptattraktion der Österreichischen Galerie im Belvedere jährlich Hunderttausende Touristen an. Die österreichischen Behörden sind davon überzeugt, rechtmäßiger Besitzer der Kunstwerke zu sein. Die für Museen zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer bezieht sich auf eine Passage im Testament der Adele Bloch-Bauer aus dem Jahr 1923, in der sie ihren Mann Ferdinand bittet, nach seinem Tod bestimmte Gemälde der Österreichischen Galerie zu schenken. Der österreichische Rückgaberat hält dies für rechtsverbindlich.

Der Anwalt der 88-jährigen Klägerin erkennt in diesem Wunsch allerdings keine zwingende testamentarische Verfügung. Er verweist auf die spätere Verfolgung Ferdinand Bloch-Bauers, seine Flucht und die Beschlagnahme seines Besitzes durch die Nationalsozialisten. Die Österreichische Galerie behielt die fraglichen Bilder nach dem zweiten Weltkrieg in ihrem Besitz.

Nach der Entscheidung des US-Höchstgerichtes vom Montag kann nun der inhaltliche Prozess beginnen. Die beklagte Republik Österreich hatte gefordert, die Klage aus völkerrechtlichen Gründen der Staaten- Immunität abzuweisen.

DPA / DPA