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Entwicklung einer neuen Zutat: Warum wir Kaffee nicht nur trinken, sondern auch essen sollten

Ein ehemaliger Starbucks-Ingenieur hatte eine revolutionäre Idee: Das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche weiterzuverarbeiten anstatt es verrotten zu lassen. Daraus ist eine innovative neue Zutat entstanden.

Wer es nicht weiß: Kaffeebohnen, wie wir sie hierzulande kennen, stammen von Kirsch ähnlichen Kaffeefrüchten. Das Fruchtfleisch um den Kern wird entfernt, die Kerne getrocknet und so zu dem Kaffee geröstet, den wir tagtäglich in der Tasse haben. Aber was passiert eigentlich mit dem Fruchtfleisch der Kaffeefrucht? Es verrottet – und wird nicht weiter genutzt. 'Warum eigentlich?', dachte sich Dan Belliveau, früherer Ingenieur bei Starbucks, – und kreierte ein neues Produkt, besser gesagt eine neue Zutat: Kaffeemehl.

Dabei handelt es sich um den Abfall, der bei der Kaffeeproduktion anfällt. Das sind die saftigen Kaffeekirschen. In der Herstellung ist das Kaffeemehl nicht allzu schwer: Die Früchte werden lediglich getrocknet und anschließend zu ganz feinem Mehl gemahlen. Google und HSBC nutzen das Kaffeemehl bereits für Muffins in den Cafeterien in London und in den USA. Das berichtet zumindest der "Independent". 

Warum wir Kaffee nicht nur trinken, sondern auch essen sollten

Warum Kaffee nur trinken, wenn man ihn auch essen kann?

Kaffeemehl: "Projekt Caca" 

Als Belliveau die ersten 50 Kilo Kaffeefrüchte zu Mehl verarbeiten wollte, belächelte ihn der mexikanische Leiter der Mühle noch. Er schrieb "Projekt Caca" auf die Tüten mit braunem Mehl, sagte Belliveau dem "Independent".

Geschmacklich hat das Kaffeemehl eine leicht erdige Note. Der Vorteil gegenüber Weizenmehl: Es soll fünf Mal mehr Ballaststoffe enthalten als herkömmliches Mehl. Zudem Koffein und mehr Antioxidantien als Granatäpfel.

Ein weiterer großer Vorteil: Es wird das ganze Produkt verwendet und weniger Müll produziert. Ein Teil des wird bislang zwar auch als Dünger verwendet, 80 Prozent landen trotzdem als Abfall auf Feldern, an Flussufern oder in Tümpeln. 

Viele Multi-Konzerne testen gerade das Kaffeemehl, auch Starbucks backt Muffins und Brownies mit der neuen Zutat. Bislang wurden über 20.000 Tonnen Fruchtfleisch der Kaffeekirsche weggeworfen. Das Kaffeemehl könnte die Kaffeewelt revolutionieren. Wer weiß, vielleicht essen wir demnächst den Kaffee auch – und trinken ihn nicht nur. 

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