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Teil 10: Es geht so einfach!

Europas Weinwelt ist kompliziert. Man biegt nur um die Ecke, und schon schmeckt der Wein ganz anders. Vom einen Wein gibt's 5.000 Flaschen, vom nächsten 6.000. Dagegen bieten die Australier Weine in Millionenauflage an. Was ist besser?

Chablis, White Burgundy, Ruby Port, Claret, Champagne, Sherry, Grange Hermitage - so hießen Australiens Weine früher. Namen aus dem europäischen Weinvokabular, das sich im modernen Down Under immer mehr zum Hindernis entwickelte. Heute machen Australiens Winemaker australische Weine und verwenden gern Trauben aus vielen Weinbaugebieten. Diese "Multi-District- Blends" stammen von Rebflächen, die oft mehrere Hundert Meilen voneinander entfernt liegen. Die Trauben werden gekühlt transportiert, um eine vorzeitige und unkontrollierte Gärung zu unterbinden.

Mit diesem Weintypus ist Australien berühmt geworden, es ist die "Brand Australia": eine Weinmarke, die den Geschmack eines ganzen Kontinents repräsentiert. Dagegen ist "Oppenheimer Sackträger" oder das Terroir eines "Bienvenues-Bâtard-Montrachet Grand Cru AOC" Kleckerkram. Moderne australische Weine aus einer Millionenauflage sind betreffs ihrer Herkunft für den Konsumenten leicht verständlich. Wie bei unserem Cabernet Sauvignon namens "Killerman's Run". Dessen Trauben stammen aus South Australia, einem Bundesstaat von fast der dreifachen Größe Deutschlands, in dessen Südostzipfel sich viele verschiedene Weinbaudistrikte auf 400 Kilometer Länge erstrecken. Der Geschmack des Markennamens "Killerman's Run" wird nicht an eine Einzellage wie "Sackträger" geknüpft, sondern an die aromatische Ausdrucksfähigkeit der Rebsorte Cabernet Sauvignon. Das schmeckt gut und ist einfach zu verstehen. Vorbild ist der teuerste Wein Australiens, der berühmte "Grange" des Weingiganten Penfolds. 1951 wurde er von Max Schubert 1915-1994) "erfunden" und aus Shiraz-Trauben verschiedener Herkünfte gekeltert. Was dem Vater des "Grange" gelang, einem Mann mit einer legendären Rotwein- Knollennase, das möchten andere auch: Erfolg, Ruhm und - Kohle! Wie beim Killerman. Und wie schmeckt der jetzt?

Wie bei jedem Wein kommt es vor allem auf die Trauben an, denn die Grundregel für Wein lautet: Nur aus guten Trauben wird guter Wein! Der Killerman jedenfalls macht seinen Produzenten Ehre. Er bringt viel Frucht ins Glas, hat echten Tiefgang und anhaltende Kraft am Gaumen. Brombeere, Schokolade und Kaffee sind seine Leitaromen; getragen wird der Cabernet von feiner Säure und samtigem Gerbstoff, die in einem Hauch feinfruchtiger Süße enden. Yummy eben, wie die Australier sagen - also verdammt lecker.

Der Wein

2006 Cabernet Sauvignon Kilikanoon, "Killerman's Run"

Stil:

kräftiger Rotwein der Sorte Cabernet Sauvignon

Farbe:

tiefrot mit schwarzem Kern

Duft:

Brombeere, Cassis, Minze

Geschmack:

Holunder, Kaffee, Zedernholz

Herkunft:

South Australia

Trinktemperatur:

16 Grad

Trinkzeitpunkt:

jetzt bis 2015

Glas:

Burgundertyp

Essen:

gegrilltes Fleisch, geschmortes Wild Gerichte mit Backpflaumen

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