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Teil 22: Wein für die Welt

Kalifornische Tropfen sind erfolgreich, weil sie den globalen Geschmacksnerv treffen. Robert Mondavi wusste schon vor 40 Jahren, wie das geht - diese Woche probieren wir sein Gespür.

Von Fabian und Cornelius Lange

Kalifornien, Wein 3

Der Wein: Gefällig Wenn es eine Figur gibt, die den amerikanischen Weinbau repräsentiert, dann ist das Robert Mondavi - oder einfach nur Bob, wie die Amerikaner sagen. Er war der Weintycoon Amerikas: Big Bob verhalf dem Rebensaft Kaliforniens wieder zu Ansehen, nachdem er durch Prohibition und Qualitätsmisere elend dahinsiechte. Zuerst gründete er seine Robert Mondavi Winery im Napa Valley und begann bereits Ende der 60er Jahre auf seinen Etiketten einfach nur "Chardonnay" zu deklarieren, um das Geschmacksbild dieser Traubensorte in den Vordergrund zu stellen - und nicht mehr die in Amerika bis dahin übliche Bezeichnung "Chablis".

Bobs Chardonnay schmeckte den bis dahin nicht gerade verwöhnten Amerikanern und ging ab wie eine Rakete. Dann zündete Mondavi Stufe Nummer zwei seiner Mission, das interkontinentale Rotwein- Joint-Venture mit Baron Philippe de Rothschild. Unter dem ambitionierten Namen "Opus One" katapultierte er den Wein in den amerikanischen Markt und erzielte schon 1981 für seine Creszenzen die höchsten Preise, die jemals für kalifornischen Wein bezahlt worden waren: zwölf Flaschen für 24.000 Dollar - natürlich in der Holzkiste. Nur das Beste und Teuerste war ihm gut genug, um dem Rest der Welt zu zeigen, dass man in Zukunft mit Kalifornien rechnen muss. So gründete er Weingut um Weingut, die Woodbridge Winery 1978, und unter Bobs Regie vermehrten sich die Markenweine wie die Kaninchen. Sein Aufstieg war kometenhaft, aufregender war nur der Abstieg: Bob hatte den richtigen Zeit punkt ver­passt, den Laden für das Leben nach ihm zu organisieren, dazu kamen Söhne, die anders wollten als der Herr Papa. Ein kräftiger Schluck aus der Buddel markierte den Schlussstrich: 2004 brachte der Verkauf an den Weinmulti Constellation-Brands 1,3 Milliarden Dollar.

Auf dem riesigen Gelände der Woodbridge Winery im Central Valley zieht man nun Tr auben aus ganz Kalifornien zusammen, um daraus auch unseren "Twin Oaks Chardonnay" zu produzieren, der im globalen Geschmackskorr idor für jeden etwas dabei hat: Vanille, Zitrone, Banane, Birne und Holzaroma - schließlich heißt Mondavis Mega-Seller so viel wie Doppeleiche.

Der Wein

2006 Chardonnay Twin Oaks, Kalifornien, USA

Stil:

Weißwein der Sorte Chardonnay

Farbe:

helles Gelb

Duft:

Birne und Vanillepudding

Geschmack:

schmeckt sanft nach Birne, leicht süßer Nachhall

Herkunft:

Kalifornien

Trinktemperatur:

12 Grad

Glas:

Weißweinkelch

Trinkzeitpunkt:

jetzt

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Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.