Vorwürfe gegen ihren Ex
Reaktionen von männlichen Politikern enttäuschen Collien Fernandes

Collien Fernandes spricht im „Nachtjournal Spezial“ mit Pinar Atalay
Collien Fernandes spricht im „Nachtjournal Spezial“ mit Pinar Atalay
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Im „RTL Nachtjournal“ spricht Collien Fernandes darüber, von wem sie nach den Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Hilfe angeboten bekommen hat – und von wem nicht.

Collien Fernandes meldet sich im „Nachtjournal Spezial“ mit Pinar Atalay bei RTL erneut öffentlich zu Wort. Nachdem sie bereits vor Wochen schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hatte, bestätigte nun die Staatsanwaltschaft Potsdam die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Schauspieler. Wie die Behörde RTL/ntv auf Nachfrage mitteilte, sei „nach der ersten Prüfung der übersandten Informationen der Anzeigenerstatterin ein Anfangsverdacht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt begründet worden“. Das Verfahren beziehe sich auf mehrere Vorfälle, die sich in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen. Zudem seien Vorwürfe sogenannter „digitaler Gewalt“ nur weiterhin Gegenstand der Prüfung.

In diesem Zusammenhang kritisiert Fernandes: „Das Problem ist, dass man in Deutschland nicht weiß, in welche Kategorie man das packen soll.” Deshalb brauche es dringend Nachschärfungen im Gesetz. Dabei verweist sie auch auf frühere gerichtliche Auseinandersetzungen. Im Verfahren „Christian Ulmen gegen den ,Spiegel‘” habe das Gericht aufgrund vorhandener Beweistatsachen entschieden, dass weiterhin über Vorwürfe digitaler Gewalt berichtet werden dürfe.

Im Interview schildert Fernandes auch, wie belastend die vergangenen Wochen für sie gewesen seien – insbesondere die öffentliche Reaktion, die sich verändert habe. „Der Hass wurde ausgelöst durch die Gegenseite“, sagt sie. Vor den ersten öffentlichen Stellungnahmen habe sie fast ausschließlich Zuspruch erfahren. Erst danach seien „falsche Behauptungen gestreut“ worden. 

Besonders erschütternd sei für sie, dass sich diese Narrative hartnäckig hielten, obwohl Gerichte und Ermittlungsbehörden inzwischen tätig geworden seien. „Diese Täterstrategie, einfach eine Falschmeldung nach der anderen rauszuhauen, funktioniert“, erklärt Fernandes. Selbst wenn Gerichte die Beweislage als belastbar einschätzten, würden viele weiterhin behaupten, es gebe „gar keine Beweise“. Genau das empfinde sie als besonders belastend.

Vor allem Frauen unterstützen Collien Fernandes

Gleichzeitig berichtet Fernandes von Unterstützung – allerdings fast ausschließlich von Frauen. Auf die Frage, ob sie auch von Kanzler Merz oder Vizekanzler Klingbeil angesprochen worden sei, antwortet sie: „Ich wurde von Politikerinnen kontaktiert.“ Bis dahin habe sie sich diese Frage nie gestellt, aber nun stellt sie überrascht fest: „Es gab tatsächlich keinen einzigen männlichen Politiker, der mich kontaktiert hat. Wenn ich jetzt so überlege, wer sich recht schnell gemeldet hat, wer gesagt hat, wir können uns ja einmal austauschen zu dieser Thematik – das waren tatsächlich ausschließlich Politikerinnen.“

Trotz der persönlichen Belastung wolle sie weiter öffentlich darüber sprechen. „Ich glaube, ich muss meinen Frieden damit finden, dass ich selbst nicht von einer besseren Gesetzeslage profitieren werde“, sagt sie. Dennoch sei es wichtig, auf bestehende Schwachstellen aufmerksam zu machen. Ihr gehe es nicht nur um die eigene Situation, sondern auch um zukünftige Generationen. „Man kämpft ja diesen Kampf nicht nur für sich selbst, sondern eben auch für die Töchter und die Töchter von unseren Töchtern.“

Christian Ulmen schweigt zu Vorwürfen

Christian Ulmen selbst schweigt öffentlich zu den Vorwürfen, es gilt die Unschuldsvermutung. Der heute 50 Jahre alte Ulmen und Fernandes waren seit 2011 verheiratet, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt, die Ehe wurde im Februar 2026 in Palma geschieden. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter.

Das gesamte Interview wird in der RTL-Sendung „Nachtjournal Spezial“ heute Nacht um 00.25 Uhr auf RTL ausgestrahlt, auf Youtube sowie auf der Streamingplattform RTL+.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei ntv.de. Der stern ist wie ntv Teil von RTL Deutschland.

tkr