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Ganztagsbetreuung in Grundschulen Der Westen schneidet schlecht ab

Ein starkes Ost-West-Gefälle gibt es bei der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern. Insgesamt hinkt Deutschland einer Studie zufolge dem europäischen Standard weiterhin hinterher.

Bei der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern hinkt Deutschland einer Studie zufolge dem europäischen Standard weiterhin hinterher. Innerhalb Deutschlands habe vor allem der Westen großen Nachholbedarf.

So heißt es in einer am Montag veröffentlichten Analyse der Bertelsmann Stiftung. Im Osten nutzten Anfang 2010 gut drei Viertel (75,4 Prozent) der Grundschulkinder ein Ganztagsangebot, im Westen war es dagegen nur etwas mehr als jedes fünfte Kind (21,4 Prozent). Ganz am Ende stehen die Bundesländer Bayern (knapp 16 Prozent), Niedersachsen (knapp 15 Prozent) und Baden-Württemberg (knapp 13 Prozent).

In Ostdeutschland werden die Grundschüler überwiegend in Horten betreut, im Westen vor allem in offenen Ganztagsschulen, also in der klassischen Halbtagsschule mit freiwilliger Betreuung am Nachmittag. Der Länderreport zeige, dass die Horte im Vergleich zu den Ganztagsangeboten an Schulen die umfangreichere Betreuung und besser qualifiziertes Personal böten, hieß es.

Auch verbindliche Mindeststandards für die Qualifikation und Anzahl des Personals gebe es in den meisten Bundesländern nur bei der Hortbetreuung, stellt die Studie fest. Für die offene Ganztagsschule bestehen dagegen nur in etwa der Hälfte der Bundesländer Regelungen zur Personalausstattung, Anforderungen an die Qualifikation des Personals oder zur maximalen Gruppengröße.

"Wir brauchen in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Ganztagsschule", forderte Jörg Dräger, für Bildung zuständiges Vorstandsmitglied der Stiftung. "Ein verlässliches Ganztagsangebot verbessert die Bildungschancen der Kinder und für die Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

roh/DPA DPA

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