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Fahrgäste in Angst Mann mit Waffe sorgt für Großeinsatz in Münchner Linienbus


Tarnkleidung, Munitionsweste, Waffen: So stieg ein Mann am Wochenende in einen Linienbus in München - und versetzte die Fahrgäste in Angst. Als die Polizei eintraf, gab es Entwarnung. Die Geschichte hinter dem Vorfall.

Man mag sich kaum vorstellen, wie den Fahrgästen in Buslinie 173 im Münchner Bezirk Lerchenau am Wochenende zumute gewesen sein muss. Plötzlich stieg da ein Mann in den Bus, er trug Tarnkleidung, Munitionsweste und hatte eine Waffe ans Bein geschnallt. Einer der Fahrgäste wählte sofort den Notruf, mit mehreren Streifen rückte die Polizei aus. Kurz darauf hielten die Beamten den Bus an und stellten den Mann. Es gab erste Entwarnung: Böse Absichten waren nicht im Spiel.

Der Grund für die martialische Montur: Der 22-Jährige wollte zu einem Cosplay-Treffen. Dabei kommen Manga- und Anime-Fans zusammen und stellen ihre Lieblingscharaktere nach. Meist sind es bunte und schrille Kostüme, in diesem Fall mimte der Mann offenbar eine Kämpferfigur. 

"Sie hielten uns für gefährlich"

Den Angaben der Polizei zufolge trug der Mann eine Softair-Waffe bei sich. Diese Druckluftwaffe sieht einer echten Schusswaffe täuschend ähnlich. Lebensgefährliche Verletzungen kann sie jedoch nicht auslösen.

Kein Anblick, dem man alltäglich auf der Straße begegnet - und der die Sicherheitskräfte am vergangenen Samstag entsprechend in einen Alarmzustand versetzte. "Drei Polizisten kamen mit gezogenen Waffen in den Bus. Sie hielten uns tatsächlich für gefährlich, riefen Hände hoch", sagte Patrik M. zur "Bild"-Zeitung

Männer erhalten eine Anzeige

Laut Polizei wurde der 22-Jährige von zwei weiteren Männern im Alter von 21 und 22 Jahren begleitet. Sie trugen einen Koffer bei sich, in dem sich noch drei weitere Softair-Waffen befanden. Die drei mussten aus dem Bus aussteigen und wurden durchsucht. Dabei fanden die Beamten bei den beiden Begleitern ein Einhandmesser. Waffen und Messer wurden beschlagnahmt. 

"Ich bin zig Mal in den Klamotten rumgelaufen", sagte Patrik M. laut "Bild". "Dieser Polizeieinsatz war heiße Luft um nichts." Offenbar sieht das die Polizei anders. Die drei Männer wurden wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Waffengesetz angezeigt.

kis

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