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Alltagsrassismus München verbannt als erste große deutsche Stadt das rassistische N-Wort

Das Münchner Rathaus. Der Stadtrat hat das N-Wort nun offiziell als rassistisch anerkannt und geächtet.
Das Münchner Rathaus. Der Stadtrat hat das N-Wort nun offiziell als rassistisch anerkannt und geächtet.
© Ulrich Wagner/ / Picture Alliance
Für Schwarze Menschen ist es eine der schlimmsten Beschimpfungen. Nun hat die Stadt München als erste deutsche Landeshauptstadt die Initiative ergriffen und das N-Wort offiziell als rassistisch anerkannt. Nur die AfD stimmte dagegen.

Früher gehörten das N-Wort und das Z-Wort als Bezeichnung für Schwarze Menschen und Sinti und Roma zum alltäglichen Sprachgebrauch. Inzwischen ist es anerkannt, dass diese Bezeichnungen für diese Bevölkerungsgruppen als beleidigend und herabwürdigend empfunden werden. Dennoch kommt die Verwendung, auch im öffentlichen Raum, immer noch in deutschen Städten vor. München ist nun als erste große Stadt dagegen vorgegangen.

Rassistisches N-Wort: Münchner Stadtrat ächtet die Verwendung offiziell

Bereits im letzten Jahr hatte es im Stadtrat in München Bemühungen gegeben, das N-Wort zu ächten und es damit aus dem städtischen Raum zu verbannen. In einer Sitzung am 2. Februar hat der Stadtrat nun über diesen Antrag abgestimmt und neue Regeln für die Verwendung in der Stadt und in Gemeinde- und Stadtratssitzungen beschlossen.

In dem Antrag, der gegen die Stimmen der AfD beschlossen wurde, spricht sich der Stadtrat unter anderem dafür aus, dass die Verwendung des N-Worts als "Störung des Sitzungsablaufs" angesehen und dementsprechend geahndet wird. Bedeutet: Wenn Politiker weiterhin das N-Wort verwenden, müssen sie mit Rügen oder anderen Strafen rechnen. In einem nächsten Schritt will der Stadtrat dafür auch Geldstrafen einführen – allerdings braucht es dafür noch die Zustimmung der Staatsregierung.

München: Verwaltung prüft die "Verwendung rassismuskritischer Sprache"

Das ist nicht die einzige Neuerung: Durch den Beschluss wird das N-Wort erstmals offiziell als rassistisch anerkannt. Das hat Folgen für die Verwaltung. Die Verwendung des N-Worts soll dort vermieden und geächtet werden. Außerdem soll eine stadtweite Abfrage klären, ob in der Verwaltung oder angeschlossenen Betrieben das N-Wort oder andere rassistische Praxen immer noch Verwendung finden. Ebenfalls wird in diesem Zug geprüft, ob sich die Betriebe bereits "kritisch mit strukturellem Rassismus" auseinandersetzen und die "Verwendung rassismuskritischer Sprache" fordern.

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