Hohe Nachfrage und Zukäufe
Bilfinger verdient im Tagesgeschäft deutlich mehr

Der Industriedienstleister Bilfinger hat 2025 Umsatz und operativen Gewinn gesteigert. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa
Der Industriedienstleister Bilfinger hat 2025 Umsatz und operativen Gewinn gesteigert. (Archivbild) Foto
© Uwe Anspach/dpa
Der Industriedienstleister Bilfinger steigert Umsatz und operatives Ergebnis. Doch das Marktumfeld bleibt wechselhaft. Das Unternehmen setzt auf neue Impulse und bleibt vorsichtig optimistisch.

Der Industriedienstleister Bilfinger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr von einer anhaltend guten Nachfrage und den jüngsten Zukäufen profitiert. Umsatz und operatives Ergebnis legten 2025 deutlich zu. Das teilte der im MDax notierte Konzern aus Mannheim mit.

Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf gut 5,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) legte mit 299 Millionen Euro um 13 Prozent zu. Dazu trug auch ein Sparkurs bei. Unter dem Strich sank der Gewinn wegen höherer Steuern um zwei Prozent auf 176 Millionen.

"Wir haben alle unsere Finanzziele 2025 erreicht und bleiben auch in einem anhaltend volatilen Marktumfeld auf Kurs", sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Schulz. Auch für das laufende Jahr rechnet Bilfinger demnach mit Zuwächsen. Aufgrund des volatilen Marktumfelds werde es aber ein Übergangsjahr. 2026 soll der Umsatz den Angaben nach auf bis zu 5,9 Milliarden Euro klettern. Im schlechtesten Fall könnten die Erlöse auf dem Vorjahresniveau verharren. Davon sollen mit 5,8 bis 6,2 Prozent als operatives Ergebnis hängen bleiben.

Mit positiven Impulsen rechnet das Unternehmen in Europa vor allem aus der Dekarbonisierung, der Digitalisierung und KI-getriebenen Investitionen sowie dem anhaltenden Trend zum Outsourcing. Herausfordernd blieben weiterhin Chemie und Petrochemie, hieß es. In den USA profitiert Bilfinger nach eigenen Angaben von steuerlichen Anreizen und Investitionen in KI- und Chipfabriken.

Verstärkte Sicherheit wegen Iran-Kriegs

Angesichts des Iran-Kriegs habe man etablierte Krisenmanagement-Protokolle aktiviert und verstärkte Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Im Mittleren Osten beschäftigt das Bilfinger demnach mehrere Tausend Mitarbeitende und erwirtschaftet rund vier Prozent des Umsatzes. 

Der Konzern verdient sein Geld insbesondere mit Planung, Bau, Wartung und Modernisierung von Industrieanlagen und Kraftwerken – zum Beispiel in den Bereichen Chemie, Energie, Pharma sowie Öl und Gas. Außerdem bietet das Unternehmen Dienstleistungen wie Effizienzsteigerung und technische Beratung an, damit Anlagen sicherer, günstiger und nachhaltiger betrieben werden können. Die Wurzeln von Bilfinger liegen in der Bauwirtschaft.

dpa