Die Juristin Tanja Keller steht künftig an der Spitze der bayerischen Landessynode. Das evangelische Kirchenparlament wählte die 60 Jahre alte Juristin in Bayreuth zur Präsidentin.
Die neue, im Dezember gewählte Landessynode müsse nun zügig starten und schnell arbeitsfähig zu werden, sagte Keller. "Der Wunsch besteht, an einer Vision der Kirche der Zukunft zu arbeiten und damit unserer gemeinsamen Reise ein inhaltliches Ziel zu geben."
"Klarer Blick für Herausforderungen der Kirche"
Angesichts knapper werdender Ressourcen betonte sie: "Einfach weiter so – das wird nicht mehr funktionieren." Die Landessynode habe die Aufgabe, Orientierung zu geben, Rahmenbedingungen zu schaffen und Entwicklungen vor Ort zu ermöglichen.
Keller arbeitet als Richterin am Arbeitsgericht Regensburg und gehört seit 2020 der Landessynode an.
"Mit Tanja Keller gewinnt die Synode eine erfahrene Persönlichkeit, die juristische Kompetenz, breite kirchliche Erfahrung und einen klaren Blick für die Herausforderungen in unserer Kirche mitbringt", sagte Landesbischof Christian Kopp.
Das Kirchenparlament entscheidet über die wichtigen Fragen der evangelischen Kirche im Freistaat - vom Haushalt bis zur Wahl des neuen Landesbischofs.
Die Landessynode hat 108 Mitglieder. Die Amtszeit der neuen Synode und der neuen Präsidentin dauert sechs Jahre. Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind groß: Die evangelische Kirche verliert Jahr für Jahr viele Mitglieder - durch Austritte, aber auch, weil viel mehr Kirchenangehörige sterben als Neue getauft werden.
Im Vorjahr rutschte die Mitgliederzahl der Landeskirche im Freistaat unter die Zwei-Millionen-Marke. Das kratzt einerseits an der Relevanz der Institution - andererseits hat das auch handfeste finanzielle Folgen. Der Landeskirche stehen tiefe Einschnitte bevor.