Fälle in Bayern Überfall im eigenen Zuhause - wie man sich schützen kann

Täter täuschen bei Überfällen an Haus- und Wohnungstüren oft Notlagen vor. (Symbolbild) Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Täter täuschen bei Überfällen an Haus- und Wohnungstüren oft Notlagen vor. (Symbolbild) Foto
© Ralf Hirschberger/dpa
Erst geklingelt, dann ausgeraubt - immer wieder werden Menschen in Bayern Opfer von Überfällen in den eigenen vier Wänden. Was die Polizei zum eigenen Schutz rät.

Es klingelt. Die 83-Jährige öffnet die Tür, ein fremder Mann drückt die Tür auf, die Seniorin stürzt und verletzt sich. Der Mann raubt Geld und eine Uhr und flüchtet. Fälle wie dieser in Lindau am Bodensee gibt es in Bayern immer wieder. So stieß zuletzt ein Mann in Oberfranken eine Frau an ihrer Wohnungstür zu Boden, bedrohte sie und raubte mehrere Hundert Euro.

Einen generellen Anstieg bei solchen Taten in Bayern könne man nicht feststellen, teilt das Landeskriminalamt mit. Doch Überfälle in den eigenen vier Wänden ziehen oft besondere Aufmerksamkeit auf sich. Wie kann man sich am besten vor solchen Taten schützen?

Vorsicht beim Öffnen der Tür

Als wichtigstes Ziel nennen die Experten des Landeskriminalamts: Die Haustür muss eine sichere Barriere zum eigenen Zuhause bleiben. "Daher lautet das wichtigste Prinzip: Lassen Sie niemals Unbekannte in Ihre Wohnung!" Die Tür ganz öffnen solle man nur, wenn man sich "absolut sicher" ist, wer davorsteht. 

Wer kann, solle zum Beispiel durch Türspion oder Fenster schauen. Hat man diese Möglichkeit nicht, lohnt es sich eventuell, einen Sperrbügel oder eine Türkette anzubringen. "So entsteht nur ein schmaler Spalt, der ein gewaltsames Aufstoßen der Tür verhindert", sagt der LKA-Sprecher. Für die Sicherung des eigenen Zuhauses bietet die Polizei auch kostenlose Beratungen an.

Hilfe leisten? Ja - aber nicht in der Wohnung

Oft täuschten Täter auch vor, in Not zu sein: Sie bitten um ein Glas Wasser, einen Stift oder darum, einen Anruf absetzen zu können. In solchen Fällen solle man im Zweifel das Glas Wasser nur durch einen Türspalt reichen oder möglichst auf Hilfsangebote in der Öffentlichkeit verweisen, empfiehlt die Polizei. 

In anderen Fällen gaben sich Kriminelle als Handwerker aus. Die Polizei rät deshalb, nur Fachkräfte in die eigenen vier Wände zu lassen, die man selbst beauftragt hat - oder wenn die Hausverwaltung deren Besuch in einem Schreiben angekündigt hat. Im Zweifel helfe es, Dienstausweise sorgfältig unter die Lupe zu nehmen. Kommen Bedenken auf, sollten Betroffene selbst die Nummer der angeblichen Firma heraussuchen und dort anrufen. 

Gute Nachbarschaft kann helfen

Wie beim Schutz vor Einbrüchen gelte aber auch: Gute Nachbarschaft ist eine große Hilfe. Verhält sich der unangekündigte Besuch merkwürdig, hilft es, eine Nachbarin oder einen Nachbar dazuzuholen. Täter suchen die Anonymität und scheuen Zeugen.

Nur Personen ins Haus lassen, die selbst bestellt worden sind oder die von der Hausverwaltung schriftlich angekündigt wurden. Immer Dienstausweise fordern und diese sorgfältig prüfen. Rufen Sie im Zweifel die entsprechende Behörde oder Firma an – nutzen Sie dafür aber niemals eine Telefonnummer, die Ihnen der Besucher oder die Besucherin gibt, sondern suchen Sie diese selbst heraus.

dpa