Kriminalität
Prozess nach mutmaßlich homophobem Angriff in Augsburg

Auf Augsburgs bekanntester Partymeile, der Maximilianstraße, soll es zu einer homophoben Gewalttat gekommen sein. (Archivbild) F
Auf Augsburgs bekanntester Partymeile, der Maximilianstraße, soll es zu einer homophoben Gewalttat gekommen sein. (Archivbild) Foto
© Stefan Puchner/dpa
In dem Prozess um die Gewalttat auf einer Partymeile ist auch ein Mann angeklagt, der schon einschlägig bekannt ist. Mit einem einzigen Schlag hatte er vor sechs Jahren einen Familienvater getötet.

Nach einem mutmaßlich homophoben Angriff auf zwei Männer in der Augsburger Innenstadt müssen sich von Montag (9.00 Uhr) an fünf Angeklagte vor dem Augsburger Landgericht verantworten. Vier von ihnen sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, einer wegen Bedrohung. Die damals 22 bis 25 Jahre alten Männer sollen im vergangenen März die zwei Männer zusammengeschlagen haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass bei der Tat ein queerfeindliches Motiv eine wesentliche Rolle spielte. Die Angeklagten sollen auf die zwei Opfer nachts in der Maximilianstraße, der bekanntesten Feiermeile in Augsburg, aufmerksam geworden sein, weil das Duo als homosexuelles Paar erkennbar gewesen sei. Nach mehreren Beleidigungen mit sexuellem Hintergrund soll einer der beiden Männer versucht haben, einen der nun Beschuldigten am Kragen zu packen. Daraufhin sollen die beiden Männer mit Faustschlägen und Tritten traktiert worden sein, sie erlitten insbesondere Verletzungen am Kopf und Oberkörper.

Generalstaatsanwaltschaft übernahm Ermittlungen zu dem Fall

Wegen des angenommenen homophoben Hintergrunds der Tat hatte die Generalstaatsanwaltschaft in München den Fall übernommen. Die bei der Behörde angesiedelte Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus ist für schwerwiegende Hasskriminalität zuständig.

Der Fall hatte auch deswegen für Aufsehen gesorgt, weil unter den vier Hauptbeschuldigten ein 23-Jähriger ist, der vor etwas mehr als sechs Jahren mit einer Gewalttat bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Der damals 17-Jährige hatte am Nikolausabend 2019 am Augsburger Königsplatz einen 49 Jahre alten Familienvater nach einem Streit mit einem einzigen Faustschlag getötet. Er wurde dafür wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Für den Prozess um die mutmaßlich homophobe Gewalttat sind elf Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil könnte es am 13. März geben.

dpa

Mehr zum Thema