Lebensmittel
Bio zunehmend gefragt - Anbaufläche wächst nur verhalten

Bei der Förderung des Bio-Anbaus ist nach Ansicht des Verbandes BÖLW noch viel Luft nach oben. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/
Bei der Förderung des Bio-Anbaus ist nach Ansicht des Verbandes BÖLW noch viel Luft nach oben. (Archivbild) Foto
© Swen Pförtner/dpa
Bio boomt im Supermarkt, der Anbau kann damit jedoch nicht Schritt halten. Was ist die Folge?

Der Appetit auf Bio-Lebensmittel nimmt in Deutschland weiter zu, die Anbaufläche wächst dagegen nur verhalten. "Das ist äußerst bedauerlich", urteilt die Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Tina Andres, vor der Messe Biofach in Nürnberg. Auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik werden von Dienstag bis Freitag Ausstellende aus zahlreichen Ländern dem Fachpublikum ihre Neuheiten präsentieren. 

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln hat in Deutschland im vergangenen Jahr nach Angaben des BÖLW erneut zugelegt. Dieser ist der Spitzenverband für die deutschen Erzeugerbetriebe, verarbeitenden Unternehmen und den Handel von Bio-Lebensmitteln. Genaue Zahlen zum deutschen Biomarkt will der BÖLW am Vormittag des ersten Messetags in Nürnberg vorstellen. 

Mehr Bio im Supermarktregal

Diese positive Entwicklung das zweite Jahr in Folge sei sehr ermutigend, sagt Andres. Der Handel stelle inzwischen mehr Bio in die Regale. Es gehe aber noch mehr, betont sie. "Es gibt Produktgruppen - etwa Kaffee oder Schokolade - da könnten die Geschäfte noch mehr in Bio-Qualität anbieten, denn die Nachfrage ist da."

Die steigende Nachfrage führt laut BÖLW aber auch dazu, dass das Angebot aus heimischer Produktion zum Teil knapp wird. Selbst gängige Feldgemüse wie Möhren und Zwiebeln müssen demnach importiert werden, um den Bedarf zu decken. Auch bei Milch, Butter, Fleisch stiegen die Importe. 

"Es ist eine verpasste Chance für Deutschland, die Umstellung auf Bio nicht stärker zu fördern", sagt Andres. Die Bio-Lebensmittelwirtschaft schaffe nahezu 400.000 Arbeitsplätze, bringe sichere Lieferketten und Perspektiven für die deutsche Landwirtschaft.

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dpa