Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Regisseur İlker Çatak zur Auszeichnung bei der Berlinale gratuliert – dessen Politdrama "Gelbe Brief" gewann den Goldenen Bären. Damit ging der Hauptpreis der Filmfestspiele erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder an das Werk eines deutschen Regisseurs. Çataks Film erzählt von einem türkischen Künstlerpaar, das wegen seiner politischen Haltung staatlich unter Druck gesetzt wird.
Der Gegenstand seines Films sei ein allgemeingültiger, schrieb Steinmeier nach Angaben des Bundespräsidialamts. Er stelle etwa die Frage, wie man sich verhalte, wenn man plötzlich in den Fokus einer doktrinären Staatsmacht gerate und die eigene Handlung als zersetzend betrachtet werde.
Çatak beschreibe eine Problemstellung, vor die ein jeder und eine jede von uns sich gestellt sehen könnte, erklärte Steinmeier – "in einer Zeit, in der Demokratie und Freiheit auch in unserem wiedervereinigten Land so angegriffen sind wie nie zuvor". "Damit ist Ihr Film "Gelbe Briefe" auch ein Appell, nicht tatenlos zuzusehen, wie eine neue Faszination des Autoritären um sich greift, sondern unsere liberale Demokratie wehrhaft zu verteidigen. Dafür danke ich Ihnen sehr." Der Film kommt am 5. März in die Kinos.