Eine 91 Jahre alte Reha-Patientin im Kurort Buckow verschwindet - und niemand merkt es? Tage später wird die Seniorin tot im Wald gefunden. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) ermittelt wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen. Das Verfahren richte sich gegen "unbekannte Mitarbeiter" der Reha-Klinik in der Märkischen Schweiz, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Zuerst berichtete RBB24-Recherche über den Fall.
Die Frage ist, ob das Klinikpersonal möglicherweise längere Zeit nicht bemerkte, dass die Patientin weg ist oder zu spät reagierte. Die Reha-Klinik äußert sich nicht zum Verdacht. Sie teilte aber mit, dass sie eine umfassende Aufklärung unterstütze.
Die Polizei erhielt am 5. Dezember eine Vermisstenanzeige und begann mit der Suche, wie ein Sprecher der Polizei zu dem Fall sagte. Sieben Tage später wurde die Seniorin, die sich nach einer Operation in der Reha erholen sollte, tot im Wald entdeckt.
Seniorin schon mehrere Tage nicht zu Behandlungen erschienen?
Ihre Tochter Beate Popp sagte im Interview mit RBB24-Recherche, die Klinik habe am 5. Dezember 2025 - ein Freitag - angerufen und gefragt, wann sie ihre Mutter das letzte Mal gesehen habe. Sie habe am 29. November zuletzt mit ihrer Mutter telefoniert, diese habe optimistisch geklungen und sich wohlgefühlt, so die Tochter.
"Daraufhin wurde mir gesagt, dass meine Mutter vermisst würde. Man hätte am Donnerstag, nachdem sie nicht zum Wiegen kam, einen Zettel in ihr Zimmer gelegt, dass sie sich melden solle. Und als sie dann am Freitag auch nicht zur Visite kam, informierte man mich", schilderte sie dem RBB.
Tochter kritisiert Klinik
Dabei soll ihre Mutter schon seit 1. Dezember nicht mehr zu Behandlungsterminen erschienen sein. "Es ist unfassbar, dass die Klinik das nicht gemerkt hat, dass ein Mensch nicht anwesend ist, weder beim Essen noch in der Therapie. Und dass nichts passiert ist. Keine Reaktion von der Klinik", so die Tochter. Auf einem Behandlungsplan für die Seniorin fehlten nach Rbb-Informationen seit 1. Dezember die Unterschriften. Normalerweise sei darauf die Teilnahme an Behandlungsterminen abgezeichnet worden, berichtete der Sender.
Klinik: Arbeiten eng mit Ermittlungsbehörden zusammen
Die Klinik in Buckow äußerte sich nicht näher zum Verdacht der Ermittlungsbehörde und den Umständen des Verschwindens der Patientin. Eine Sprecherin teilte auf Nachfrage mit, dass die Klinik "unmittelbar nach Bekanntwerden des Verschwindens" die Polizei informiert habe. "Wir arbeiten eng und transparent mit den Ermittlungsbehörden sowie der zuständigen Staatsanwaltschaft zusammen."
Angeforderte Unterlagen seien vollständig zur Verfügung gestellt worden, um eine umfassende Aufklärung zu unterstützen. "Den Angehörigen haben wir unser Mitgefühl ausgesprochen und ihnen ein persönliches Gespräch angeboten", teilte die Klinik weiter mit.