Die Fanhilfe von Hertha BSC blickt mit Sorge auf das erste Heimspiel der Berliner nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und der Polizei am Olympiastadion vor knapp zwei Wochen. Es sei nicht erkennbar, dass der Polizeieinsatz rund um das Spiel gegen Schalke kritisch aufgearbeitet werde, sagte der Sprecher der Rechtshilfeorganisation, Fritz Müller, dem "Tagesspiegel". "Deswegen schauen wir mit mulmigen Gefühlen auf den kommenden Sonntag. Und auf das, was die Polizei dort vollziehen wird."
Das gehe vielen Anhängern so, sagte Müller. "Ganz normale Fans haben Bauchschmerzen, ins Olympiastadion zu gehen, aus Sorge vor neuerlicher Polizeigewalt – weil sie das beim Spiel gegen Schalke mit eigenen Augen gesehen haben oder durch Pfefferspray sogar selbst verletzt worden sind", sagte er. "Wer so eine Situation herbeiführt, macht seinen Job nicht richtig und ist an seiner Position falsch." Die Hertha empfängt am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) Darmstadt 98 in Berlin.
Polizeipräsidentin ruft zu Deeskalation auf
Vor dem Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga am 17. Januar war es vor der Partie beim Einlass der Hertha-Fans zu Ausschreitungen gekommen. Laut Polizei wurden 21 Einsatzkräfte und 31 Anhänger verletzt. Anschließend war es zu heftigen gegenseitigen Gewalt-Vorwürfen gekommen. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte Hertha-Vertreter und die Polizeiführung in der Vorwoche zu einem Krisentreffen eingeladen, nach dem keine konkreten Ergebnisse bekannt wurden. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel erklärte am Montag, dass alle Beteiligten zur Deeskalation beitragen müssten.