Naturschützer in Brandenburg warnen davor, Wildkatzen in Wäldern anzufassen oder gar mitzunehmen. Immer wieder würden Wildkatzenjungtiere von Spaziergängerinnen und Spaziergängern mit ausgesetzten Hauskätzchen verwechselt, teilte der BUND Brandenburg mit. "Das kann tödliche Folgen haben." Denn die Jungen sind scheu, vertragen demnach kein herkömmliches Katzenfutter und sind extrem anfällig für Krankheiten, die durch Hauskatzen übertragen werden.
Die Europäische Wildkatze wurde zuletzt in immer mehr Regionen Brandenburgs nachgewiesen: im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg, im Schlaubetal und im Wildnisgebiet Jüterbog, wo auch Wildkatzen-Nachwuchs genetisch bestätigt wurde. Im Frühjahr können laut BUND daher in immer mehr Wäldern Brandenburgs junge Europäische Wildkatzen gesichtet werden.
Vermeintlich verlassene Jungtiere erst einmal nur beobachten
Was sollte ein Beobachter stattdessen tun, wenn er ein grau getigertes Kätzchen im Wald findet? "Wenn Sie vermeintlich verlassene Jungtiere finden, entfernen Sie sich leise", rät der BUND Landesverband. Nach etwa sechs bis zwölf Stunden solle man prüfen, ob die Kätzchen noch da seien - und dann eine örtliche Wildtierauffangstation anrufen. Nur wenn Jungtiere offensichtlich in Not sind, sollte man direkt eingreifen und Hilfe holen.
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) kommt in Brandenburg selten vor und ist gefährdet, bereitet sich aber laut Bund für Umwelt und Naturschutz momentan in Deutschland aus.