Finanzen der Hochschulen
Kieler Uni fordert mehr Geld – Stellen und Fächer in Gefahr

Sollte das Land in Zukunft über zusätzliche Mittel verfügen, erwartet die CAU, dass diese den Globalhaushalt stärken. (Symbolbil
Sollte das Land in Zukunft über zusätzliche Mittel verfügen, erwartet die CAU, dass diese den Globalhaushalt stärken. (Symbolbild) Foto
© Carsten Rehder/dpa
Der Finanzdruck zwingt die Kieler Uni zu Sparmaßnahmen: Wiederbesetzungssperre und weitere mögliche Kürzungen. Auch bei der Europa-Universität in Flensburg ist die finanzielle Lage kritisch.

Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel fordert eine bessere Grundfinanzierung und verlässliche Planungsperspektiven. "Der Umfang der in den kommenden Jahren einzusparenden Mittel macht mittel- und langfristige strukturelle Kürzungen in allen Bereichen der Universität erforderlich, die aktuell erarbeitet werden", sagte die Kanzlerin der CAU, Claudia Ricarda Meyer. 

Vergangene Woche führte die Universität eine neunmonatige Sperre für Wiederbesetzungen ein. Grund der Sparmaßnahmen sei die neue Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land für die Jahr 2026 bis 2029. Meyer sagte nun, langfristig könnten auch Professuren und Studiengänge wegfallen, doch sei es noch zu früh für konkrete Aussagen. 

Die Hochschulen in Schleswig-Holstein arbeiteten seit Jahren unter erheblichem finanziellem Druck, während die Kosten für Personal, Energie und Infrastruktur weiter steigen. Meyer kritisierte, dass die aktuelle Mittelverteilung der Rolle der Universität der Landeshauptstadt nicht gerecht werde.

CAU erwartet Stärkung des Globalhaushaltes

Zudem könnten zusätzliche Projektmittel oder Verwaltungskostenbeiträge der Studierenden die aktuelle Entwicklung nicht zuverlässig ausgleichen, da diese schwanken und zweckgebunden sind. Für eine Volluniversität, die langfristig planen muss, schaffe dies Unsicherheit über die künftige finanzielle Basis, erklärte die Kanzlerin. Sollte das Land in Zukunft über zusätzliche Mittel verfügen, erwarte die Universität, dass diese den Globalhaushalt stärken.

Des Weiteren sieht die CAU Investitionen in Bau und Infrastruktur als notwendig an. Um die in der Ziel- und Leistungsvereinbarung festgelegten Ziele zu erreichen, müssten bestehende Einrichtungen saniert und Neubauten realisiert werden – vor allem im Bereich der digitalen Infrastruktur, etwa für das geplante Rechenzentrum. Die Universität strebt dabei nach eigenen Angaben konstruktive Lösungen in Zusammenarbeit mit dem Land an.

Reserven der Uni Flensburg aufgebraucht

Auch für die Europa-Universität Flensburg reichen die Gelder nicht. Wie die Universität mitteilte, geben die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Ziel- und Leistungsvereinbarungen den Hochschulen ein Stück Planungssicherheit. Jedoch reichten die zugewiesenen Mittel nicht aus. An der Universität gibt es schon seit März 2025 eine Wiederbesetzungssperre – Stellenbesetzungen werden so nur unter bestimmten Umständen ermöglicht. 

Die Flensburger Universität hat sich in den vergangenen Jahren eng mit dem Ministerium abgestimmt und gezielt in gesellschaftsrelevanten Bereichen erweitert: etwa bei der Ausbildung von Lehrkräften für alle Schularten, der Förderung des lebenslangen Lernens, der Pflege von Minderheitensprachen, der digitalen Bildung und im Kampf gegen Antisemitismus. Doch das Grundbudget habe diese Entwicklung nicht genug gefördert, hieß es. 

Die Universität erklärte, die Hochschulgemeinschaft habe über Jahre hinweg Personal und Geldreserven aufgebracht, um ihre Aufgaben zu bewältigen. Nun seien diese Reserven aufgebraucht. In den regelmäßigen Struktur- und Entwicklungsplanungen soll daher besprochen werden, wie sich die bestehenden Aufgaben mit den verfügbaren Mitteln bewältigen lassen - derzeit liefen die Planungen für das Jahr 2027.

dpa