Schulstreik
Tausende Schüler protestieren in Hamburg gegen Wehrpflicht

Die Demonstration war Teil der bundesweiten Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht, die zum inzwischen dritten Mal zu Proteste
Die Demonstration war Teil der bundesweiten Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht, die zum inzwischen dritten Mal zu Protesten aufgerufen hat. Foto
© Marcus Brandt/dpa

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Plakate, Slogans und laute Stimmen: Hamburger Schüler demonstrieren gegen die Wehrpflicht und fordern Investitionen in marode Schulen statt in die Bundeswehr. Wie groß ist ihre Bewegung?

Tausende Kinder und Jugendliche haben in Hamburg die Schule geschwänzt und gegen eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Am 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus und einen Tag vor Beginn der Hamburger Mai-Ferien gingen nach Angaben der Veranstalter rund 6.000 Schülerinnen und Schüler statt in den Unterricht auf die Straße. Die Polizei sprach auf Nachfrage von etwa 2.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die Jugendlichen von mehr als 65 Schulen trugen bei der Demonstration Plakate mit der Aufschrift "Nicht unser Krieg", "Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr" oder "Wir ziehen nicht in eure Kriege". Die Demonstration war Teil der bundesweiten Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht, die zum inzwischen dritten Mal zu Protesten aufgerufen hat. 

Am jüngsten Schulstreik gegen eine Wehrpflicht und Zwangsdienste aller Art Anfang März hatten sich nach Angaben der Veranstalter bundesweit rund 50.000 Jugendliche in etwa 150 Städten beteiligt. Das sei die größte Schülerbewegung seit Fridays for Future. 

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht sei ein Teil der Kriegsvorbereitung, erklärte eine Sprecherin des Schulstreikkomitees Hamburg. Aber "wir wollen nicht in Kriege geschickt werden, die bloß die Einflusssphären deutscher Unternehmen sichern sollen". Nötig sei vielmehr Abrüstung. "Wir brauchen Geld für unsere Schulen, die vielerorts auseinanderfallen, Geld für mehr Lehrkräfte, Geld für gute Gesundheitsversorgung, kostenlosen ÖPNV und Klimaschutz."

Seit diesem Jahr erhalten alle 18-jährigen Männer und Frauen einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Sollte es der Bundeswehr mit Hilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

dpa