In ihrer zweiten Spielzeit will Thalia-Intendantin Sonja Anders vor allem Haltung zeigen. "In Zeiten, die von Verunsicherung geprägt sind, fragen wir uns vor allem: Welche Handlungsmacht haben wir als Einzelne und welche gemeinsam? Wie können wir Haltung zeigen? Welche Chance haben Liebe und Schönheit gegen Hass und Populismus?", sagte Anders laut Mitteilung zur Vorstellung der Spielzeit 2026/27. Diese Fragen lägen dem künftigen Programm zugrunde.
20 Premieren stehen auf dem Plan, die von 14 Regisseurinnen und Regisseuren inszeniert werden. In die neue Saison startet das Haus am 11. September mit der Uraufführung des Stückes "Deutsches Haus" von Annette Hess. Es ist eine von mehreren Produktionen, die die Gefahren des zunehmendem Rechtsrucks beleuchtet. Dazu zählen auch Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür", Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald", Christian Lollikes "Der fremde Blick" und Eugene Ionescos "Die Nashörner", die auch auf dem Programm stehen.
Feministisch, queer und gemeinsam
Die kommende Spielzeit am Thalia Theater sei zudem geprägt von feministischen und queeren Themen. So kommen beispielsweise die erfolgreichen Inszenierungen "Die kleine Meerjungfrau" und "Die Wut, die bleibt" erneut auf die Bühne. Geplant sind demzufolge auch Stücke wie "Marschlande", "Frommer Tanz", "Porneia" oder "Sankt Falstaff".
Ein weiterer Themenschwerpunkt im Spielplan 2026/27 liegt den Angaben zufolge auf dem Gemeinsamen, auf Kooperation, Solidarität und Gemeinschaft im Angesicht von Polarisierung und Hass. "Netzwerke haben eine politische Kraft, sie stärken die Demokratie und Dialogfähigkeit", sagte Anders weiter.
Maren Eggert kommt wieder an das Thalia Theater
So werde das Thalia Theater mit verschiedenen Häusern in Salzburg, Berlin, und Hamburg zusammenarbeiten. In dem Zusammenhang kommt Schauspielerin Maren Eggert ("Tatort", "Ich bin dein Mensch") mit dem Stück "Kabale und Liebe" wieder an das Thalia Theater. Das Stück wird abwechselnd am Deutschen Theater in Berlin und in Hamburg aufgeführt.