In Schleswig-Holstein hat es im vergangenen Jahr 200 Baumschulen gegeben. Das sind zwölf Prozent weniger als bei der vorherigen Baumschulerhebung im Jahr 2021, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Es handele sich um einen langfristigen Strukturwandel, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BDB-SH), Frank Schoppa, der dpa.
Aus Sicht des Verbandes sind Treiber dieser Entwicklung betriebswirtschaftliche Gründe wie Preis- und Kostendruck, steigende Anforderungen des Marktes etwa an Qualität, Schnelligkeit und Logistik, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften sowie die Betriebsübergabe.
Zwischen 2015 und 2024 sei jährlich im Durchschnitt ein Rückgang der Betriebe von 2,0 bis 2,5 Prozent zu verzeichnen. "Dies gilt für Schleswig-Holstein und auch für Deutschland", sagte Schoppa. Wie in der Landwirtschaft heiße es "weiche oder wachse". Es schieden vor allem kleine Betriebe aus, die im Wettbewerb nicht mehr ausreichend mithalten können.
Anbaufläche insgesamt wird kleiner - pro Betrieb größer
Insgesamt bewirtschafteten die Betriebe 2025 laut Statistikamt eine Fläche von 2.632 Hektar. Die Anbaufläche sank damit um knapp 14 Prozent im Vergleich zu 2021.
Vergrößert hat sich unterdessen die Fläche pro Betrieb: Laut BDB-SH liegt die durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb aktuell bei etwa 15 Hektar. Sie hat sich damit seit 2000 von rund 7,5 Hektar verdoppelt. Dies erkläre sich dadurch, dass Flächen ausscheidender Betriebe übernommen würden, sagte Schoppa. Zunehmende Größe eröffne Chancen zu Rationalisierung und Produktionsausweitung. Zudem rechne sich beispielsweise der Einsatz von Technik besser.
Schwerpunkt im Kreis Pinneberg
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Der Schwerpunkt der Baumschulproduktion in Schleswig-Holstein befindet sich nach Angaben des Statistikamtes im Kreis Pinneberg, wo 89 Prozent der Baumschulflächen bewirtschaftet werden. Die insgesamt 157 Betriebe produzieren auf 2.333 Hektar Baumschulgewächse. Damit liegen gut 15 Prozent der deutschen Baumschulflächen im Kreis Pinneberg.
Der Produktionsschwerpunkt der Baumschulen liegt in Schleswig-Holstein den Statistikern zufolge auf der Anzucht von Ziersträuchern sowie Laub- und Nadelbäumen für Alleen, Straßen und Parks. Diese werden auf zusammen 956 Hektar beziehungsweise 36 Prozent der Baumschulfläche angebaut.
Verband hat Forderungen an die Politik
Um den Strukturwandel aufzuhalten und den Standort Schleswig-Holstein langfristig zu sichern hat der BDB-SH Forderungen an Bundes- und Landespolitik. Dazu gehören weniger Bürokratie für die Betriebe sowie die Entlastung von hemmenden Vorgaben und überlastenden Aufzeichnungspflichten.
Zudem braucht es demnach verlässliche Rahmenbedingungen für den Absatz von Gehölzen zur Erneuerung der Wälder und den Umbau zu grünen Städten als wichtige Vorhaben der Gesellschaft und Politik als Klimawandelanpassungsstrategie in den nächsten 10 bis 20 Jahren.