Uni in Finanznot Senatorin rät Universität zur Verringerung der Studentenzahl

Hamburgs Wissenschaftssenatorin hat angeregt, dass die Universität Hamburg weniger Studenten aufnimmt. Foto: Daniel Bockwoldt/dp
Hamburgs Wissenschaftssenatorin hat angeregt, dass die Universität Hamburg weniger Studenten aufnimmt. Foto
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Bei der Universität Hamburg wird das Geld knapp. Sollte die Hochschule weniger Studenten aufnehmen?

Angesichts knapper Finanzen rät Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal der Universität Hamburg, weniger Studenten aufzunehmen. "Die Uni Hamburg hat ein Defizit und muss da rauskommen", sagte die Grünen-Politikerin im Hamburg-Teil der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit". 

Wo zu sparen sei, dürfe zwar nicht die Politik bestimmen, sie sehe aber einen Spielraum bei der Studierendenzahl: "Die derzeitige Ausbildungsleistung der Universität liegt höher, als wir vereinbart haben", sagte Blumenthal. Zugleich schloss die Senatorin eine Wiedereinführung von Studiengebühren aus. Die Hochschule hatte im Studienjahr 2024 nach eigenen Angaben fast 43.000 Studierende, einschließlich der Promotionsstudenten.

Das Universitätspräsidium widersprach nach Angaben der Zeitung diesem Vorstoß. Es gebe keine überzähligen Studienplätze, auch wenn sich die Zahlen besser entwickelt hätten "als in den mit der Stadt vereinbarten Kennzahlen antizipiert", sagte ein Sprecher.

Ende vergangenen Jahres hatten der Präsident und der Kanzler der Universität, Hauke Heekeren und Martin Hecht, in einem Brandbrief an Blumenthal angesichts knapper Kassen vor "irreversiblen Strukturschäden" gewarnt. Als Grund für die finanzielle Schieflage hatte die Uni-Führung unter anderem steigende Personal- und Energiekosten sowie akuten Digitalisierungs- und Informationssicherheitsbedarf genannt. 

Hunderte Beschäftigte der Hamburger Hochschulen traten am Mittwoch in der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst in einen Warnstreik. Nach Angaben von Verdi beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen an dem Demonstrationszug. Die Gewerkschaft fordert unter anderem Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro.

dpa