HOME

Eklats im Fernsehen: Bosbach, Herman und Co: Diese Gäste stürmten aus Talkshows

Eigentlich soll es ja eine gesittete Gesprächsrunde sein, doch immer mal wieder platzt einem Gast der Kragen. Die Zuschauer erfreut's. Denn ganz ehrlich: Was wären Talkshows ohne Eklat? Wir zeigen sechs extreme Fälle.

1. Johannes B. Kerner schmeißt Eva Herman raus (2007)


Irgendwann platzte Senta Berger der Kragen. Lange Zeit musste sie sich in der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner" Eva Hermans krude Thesen über Emanzipation, Kinderbetreuung und die Familienpolitik im Dritten Reich anhören. Immer wieder hat sie versucht, mit der früheren "Tagesschau"-Sprecherin sachlich zu diskutieren - vergeblich. "Ich kann diese Diskussion nicht mehr führen. Dann muss ich mich besser vorbereiten und ihre Bücher lesen. Oder aber wir machen, was wir eigentlich auch mal vorgesehen hatten. Ich gehe jetzt gerne." Das wusste Gastgeber Johannes B. Kerner jedoch zu verhindern:"Es sind die Momente, wo man sich Gedanken macht, wie man weitermacht. Ich habe mich entschieden, dass ich mit drei Gästen weitermache und dich, Eva, jetzt verabschiede. Danke schön."

2. Karin Struck beschimpft Angela Merkel - und verlässt die "NDR-Talkshow" (1992)

Es war wohl einer der größten Ausraster, die es in einer deutschen Talkshow je gegeben hat. 1992 geriet die Schriftstellerin Karin Struck, eine Abtreibungsgegnerin, in der "NDR-Talkshow" mit der damaligen Familienministerin Angela Merkel aneinander. Als der Moderator Wolf Schneider Struck zur Raison rufen wollte, wurde sie maßlos. "Wollen Sie nicht einen Maulkorb holen?", fragte die Frau und verließ ihren Platz. Beim Versuch, das Mikrofon abzustreifen, entblößte die Schriftstellerin unter dem Gejohle des Publikums für einen Moment ihren Unterkörper. Anschließend randalierte sie und warf mit Gläsern um sich. Ein in jeder Hinsicht würdeloser Abgang.

3. Campino zieht sich zurück (1997)

Sein Ton klingt gelassen: "Wenn ich nicht fast eingeschlafen wäre, wäre ich jetzt erregter", sagt Campino. Gerade hat die inzwischen verstorbene Schauspielerin Maria Schell in der Talkshow "3 nach 9" pauschal "der Jugend" unterstellt, sie interessiere sich nicht für Politik. Für Campino war das "Bullshit". Doch bevor es zum großen Streit kam, trat der Punk-Musiker den Rückzug an: "Ich möchte mich bei allen entschuldigen. Ich will nicht streiten heute. Ich hab privat einen Riesenärger und möchte mich deshalb verabschieden, bevor ich mich im Ton vergreife". Sprach er und verschwand.

4. Joachim Bublath und die Aliens (2007)

Es war viel die Rede von Ufos und Aliens, von Engeln und dem Teufel - und mittendrin saß der Wissenschaftsjournalist Joachim Bublath, der sich vorkam wie in einer Therapie-Sitzung. Folgerichtig stand er irgendwann auf und ließ Sandra Maischberger mit all den Verwirrten allein zurück. Nina Hagen musste noch nachtreten und jubelte laut: "Ich find das toll, dass der weg ist. Ich freu mich. Evil Alien is going home", krakelte die Sängerin. Moderatorin Maischberger stellte resigniert fest: "Wir haben den vernünftigen Menschen in dieser Runde verloren." Ein Tiefpunkt der deutschen Talk-Geschichte.

5. Charlotte Roche vergrault Max Herre (2012)

Normalerweise läuft der Deal so: Promis besuchen die Show, dafür bekommen sie ein paar belanglose Fragen über ihren neuen Film oder ihre neue CD gestellt und dürfen Promotion betreiben. Doch "Roche & Böhmermann" war noch nie eine "normale Talskshow". Das musste Max Herre erleben, der von Charlotte Roche regelrecht gegrillt wurde. "Deine Texte sind heute viel schlechter als früher", knallte sie dem Sänger an den Kopf, die Musik sei "ganz schöner Schlager". Herre war das irgendwann zu viel. Er stand auf und verließ die Sendung. Und auch Jan Böhmermann fühlte sich sichtlich unwohl. Er geriet mit Roche in der Sendung aneinander. Kurz darauf war ihre gemeinsame Show Geschichte.

6. Wolfgang Bosbach stürmt aus dem Studio

Im Juli 2017 platzte Wolfgang Bosbach der Kragen. Eine Stunde lang diskutierte er bei Sandra Maischberger aktiv mit, teilte in seiner bekannten Art tüchtig aus - und musste sich vor allem von der Linksaktivistin Jutta Ditfurth einiges gefallen lassen. Letzteres war der Talkshow-Profi wohl nicht gewohnt. Und so begann der CDU-Politiker nach 62 Minuten, an seinem Hemd zu nesteln. Er entfernte das Mikro und verließ die Talk-Runde, die sich mit dem Thema "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" befasste. "Frau Ditfurth ist persönlich vorbehalten und von ihrer in Anführungszeichen Argumentation unerträglich, darum muss ich nicht mitmachen", so seine Begründung. Er sei "eine kleine Mimose", musste er sich dafür noch anhören.

che