Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda hat den verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas als "Gigant der aufgeklärten Moderne" gewürdigt. Von ihm habe man lernen können, "was es heißt, in Vielfalt friedlich und vernünftig zusammenzuleben", erklärte der SPD-Politiker.
Dass Menschen zur Verständigung fähig seien, Wahrheiten nur gelten würden, wenn ihre Begründungen allseits akzeptiert werden, und dass Vernunft sich im Gespräch zwischen aufgeklärten Bürgerinnen und Bürgern finden lasse, seien nur "drei der zahllosen Lehren", die Habermas in seinem Werk formuliert habe.
Habermas Ideen aktueller denn je
Immer wieder habe sich Habermas in die öffentliche Debatte eingeschaltet. "Vom Historikerstreit bis zur Zukunft der Europäischen Union waren seine Interventionen prägende Wegmarken der deutschen Geistesgeschichte."
"Der große Philosoph ist tot, aber seine Ideen sind aktueller denn je", sagte Brosda. "Wir gedenken seiner am besten, indem wir weiter auf der Möglichkeit universeller Vernunft beharren. Und indem wir sie in einem aufgeklärten öffentlichen Diskurs suchen, in dem einzig gute Gründe zählen und der soziale Respekt der Gesprächspartner*innen die Atmosphäre prägt."