Der Autor und Professor für Migrations- und Bildungssoziologie Aladin El-Mafaalani wird mit dem Kasseler Bürgerpreis "Das Glas der Vernunft" ausgezeichnet. El-Mafaalani werde für die Klarheit geehrt, mit der er Kinder als "letzten Sinn" und "einzige Zukunft der Gesellschaft" in den Fokus rücke und den Generationenzusammenhalt als demokratische Vertrauensgemeinschaft vertrete, teilte die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Bürgerpreises mit.
"Aladin El-Mafaalani setzt sich seit Jahren für Kinder und Jugendliche ein", sagte der Vorsitzende der Gesellschaft Wilfried Sommer laut Mitteilung. "Er vertritt einen Konsens der Generationen, in dem sowohl Anliegen junger Menschen mit Weitsicht behandelt als auch Strukturen für ein würdevolles Altern erhalten werden."
El-Mafaalani skizziere Zukunftsaussichten, in denen Mentorenprogramme zwischen Kindern und Senioren Entwicklung förderten, Armut nicht Talent verdecke und Zukunftsräte sicherstellten, dass die Perspektive junger Menschen gehört werde.
Auszeichnung für Einsatz für Kinder und Jugendliche
Aladin El-Mafaalani, 1978 im Ruhrgebiet geboren, ist Professor für Migrations- und Bildungssoziologie an der TU Dortmund. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und Bestseller-Autor (unter anderem "Kinder – Minderheit ohne Schutz").
Die Findungskommission habe überzeugt, mit welcher Konsequenz und wissenschaftlicher Stringenz sich El-Mafaalani für die Bildungs- und Entwicklungsbedingungen von Kindern und Jugendlichen einsetze, erklärte Sommer. Mit der Verleihung des Preises werde seine Haltung ausgezeichnet, die Vernunft als Grundlage demokratischer Entscheidungen begreife und den Dialog über gesellschaftliche Grenzen und Generationen hinweg suche.
Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird El-Mafaalani am 27. September in Kassel verliehen. "Das Glas der Vernunft" wurde 1990 von Kasseler Bürgern als Auszeichnung gestiftet. Vergeben wird sie an Menschen, die sich in besonderem Maße um Aufklärung, Vernunft und Toleranz verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern gehören unter anderem der Whistleblower Edward Snowden und der frühere Bundespräsident Joachim Gauck.