Zahlreiche Menschen in Frankfurt haben bei Protestaktionen auf die Situation im Iran aufmerksam gemacht. Zunächst hatte es am Nachmittag eine Demonstration vom Rathenauplatz bis zum Römerberg gegeben. Daran hatten laut Polizei rund 3.800 Menschen teilgenommen, um sich mit den Freiheitskämpfern im Iran zu solidarisieren. Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte ein Polizeisprecher.
Am Abend wurde dann am Mainufer die deutlich kleinere Aktion "#Frankfurt Lights for Iran" veranstaltet. Auch diese sei friedlich verlaufen, hieß es. Viele Teilnehmenden brachten leuchtende Mobiltelefone, Kerzen oder andere Lampen mit, um ein Zeichen gegen das Regime in Teheran zu setzen. Bei einer anschließenden Kundgebung traten unter anderem Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, die selbst aus dem Iran stammt, und Publizist Michel Friedman auf.
"Wir dürfen sie nicht allein lassen"
"Es geht darum, mit den Lichtern an die vielen Toten zu erinnern. Was sich derzeit im Iran abspielt, ist schockierend. Schätzungen sprechen von 18.000 getöteten Menschen. Menschen, die ermordet wurden, weil sie Freiheit forderten", hatte Eskandari-Grünberg vorab erklärt. "Im Grunde gibt es jetzt nur zwei Wege: Entweder wir unterstützen die Menschen im Iran in ihrem Kampf für Freiheit und Demokratie oder wir schauen weg. Und dann werden die Verbrechen weitergehen. Wir dürfen sie nicht allein lassen."
Nargess Eskandari-Grünberg wurde einst selbst im Iran verfolgt und saß als junge Frau im berüchtigten Teheraner Gefängnis Evin. 1985 kam sie dann als politisch Verfolgte nach Frankfurt.