Über 24 Stunden lang sollen Räuber einen gefesselten und nackten Mann im vergangenen Sommer in dessen Wohnung in Frankfurt alleine zurückgelassen haben. Am Vormittag begann nun vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess gegen drei Angeklagte wegen Freiheitsberaubung, Aussetzung und gefährliche Körperverletzung. Die alle in Dresden wohnhaften Männer äußerten sich nicht zu den Vorwürfen.
Sie nahmen dem Opfer laut Anklage eine Armbanduhr ab, von der sie dachten, es sei eine 85.000 Euro teure Luxusuhr - es handelte sich jedoch nur um ein Imitat. Zudem stahlen sie ihm das Portemonnaie und Schlüssel, dann sollen sie ihr Opfer zurückgelassen haben. Laut Staatsanwaltschaft konnte der Mann an dem heißen Tag mitten im Sommer nichts trinken und dehydrierte stark.
Den Ermittlern zufolge hatten die Angeklagten vor der Tat den Wohnort des Mannes, den sie flüchtig kannten, ausgekundschaftet und Teile der Videoüberwachung zerstört. Am frühen Abend des 20. Juni 2025 sollen dann zwei von ihnen über die Feuertreppe auf die Dachterrasse des Opfers geklettert und dort über die offene Terrassentür in die Wohnung eingedrungen sein.
Luxusuhr gestohlen - war aber nur Imitat
Ihr überraschtes Opfer sollen sie geschlagen und getreten sowie gezwungen haben, sich zu entkleiden. Dann sollen sie den Mann an Händen und Füßen gefesselt und zu Boden gestoßen haben. Nach dem Raub flüchteten sie, erst am späten Abend des nächsten Tages soll der 66 Jahre alte Angeklagte in die Wohnung zurückgekehrt und den Mann befreit haben.
27 Stunden lang konnte der Mann laut Staatsanwaltschaft weder aufstehen noch essen und trinken, zudem schnürten ihm die Kabelbinder Handgelenke und Knöchel zu. Der Mann habe unter anderem eine Nierenschädigung erlitten.
Die mutmaßlichen Täter wurden im Juli festgenommen. Nach der bisherigen Planung will die Strafkammer im April ihr Urteil verkünden