Für Fortbildungen zu herausfordernden Polizeieinsätzen bleibt aus Sicht des Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei in Hessen, Jens Mohrherr, zu wenig Zeit. Diese kämen im Polizeialltag zu kurz, "weil wir volle Auftragsbücher haben, weil wir ein Personaldefizit haben, und weil die Dienstgruppen an der Belastungsgrenze sind", sagte Mohrherr der Deutschen Presse-Agentur. Dabei nähmen neben der Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft auch Angriffe auf Einsatz- und Rettungskräfte und psychosoziale Problemlagen zu.
Mit Blick auch auf Vorfälle mit Schusswaffengebrauch in jüngster Zeit in Hessen erklärt Mohrherr: "Keiner von uns schießt gerne." Polizistinnen und Polizisten, die so etwas erleben müssten, gehe es immer schlecht, weil sie mit dem Äußersten konfrontiert würden, was der Beruf zulasse - nämlich Gewalt anzuwenden und eine Waffe einzusetzen gegen Menschen. Das sei ein Worst-Case-Szenario, das kein Polizist erleben wolle in seiner Dienstzeit. "Wir sind eben nicht die Rambos in Uniform, die da rumlaufen und sozusagen warten, bis dann der nächste Schuss gesetzt werden kann, sondern im Gegenteil: Unsere schärfste Waffe ist eigentlich das Wort."