Sie verfolgen offenbar Tankstellen-Mitarbeiter nach Feierabend bis zu deren Wohnungen. Dort zwingen Kriminelle sie dann zur Rückkehr an den Arbeitsplatz, um dort unter Gewaltandrohung an Geld zu kommen. Dieser perfiden Masche ist die Bremer Polizei auf der Spur, gleich zwei solcher Fälle trugen sich in den vergangenen Tagen zu.
Erstmals aktenkundig wurde das Vorgehen in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar. Das Opfer war eine 62-jährige Mitarbeiterin der SB Tank an der Helsingborger Straße im Stadtteil Burglesum. Nach ihrem Feierabend – die Tankstelle schließt üblicherweise um 21 Uhr – sei sie mit dem Bus nach Hause gefahren. "Vor ihrer Wohnanschrift fingen sie zwei Männer ab und bedrohten sie mit einem Messer", teilte ein Polizeisprecher mit. "Die Täter zwangen die Frau, in ein Fahrzeug einzusteigen, und fuhren anschließend mit ihr zurück zur Tankstelle."
Polizei Bremen prüft Zusammenhang von Tankstellen-Rauben
An der SB Tank habe man die Frau gezwungen, den Verkaufsraum zu öffnen und den Tätern Bargeld und Zigarettenstangen zu überlassen. Erst nach der Flucht der Kriminellen konnte das Opfer die Polizei alarmieren.
Nach dem gleichen Muster wurde in der vergangenen Nacht ein 24-jähriger Mitarbeiter einer Aral-Tankstelle an der Kreuzung Kopernikusstraße / Am Lehesterdeich im Stadtteil Horn-Lehe überfallen. Auch er verließ nach seiner Spätschicht die Arbeitsstelle, um mit der Straßenbahn der Linie 4 nach Hause zu fahren. "Vor seiner Wohnanschrift wurde er von einem Mann abgepasst und in einen weißen Kombi gedrängt, in dem sich ein Komplize befand", so die Polizei. Und auch in diesem Fall ging es weiter wie zwei Tage zuvor. "Anschließend fuhren die Täter mit ihm zurück zur Tankstelle und zwangen ihn, den Zugang zu öffnen."
Dort wollte sich der Kassierer zur Wehr setzen: "Im Eingangsbereich setzte der junge Mann Pfefferspray gegen die Täter ein und konnte zunächst flüchten, wurde jedoch von beiden eingeholt und geschlagen." Die Kriminellen seien anschließend ohne Beute geflüchtet, der Tankstellen-Mitarbeiter wurde von Sanitätern versorgt.
Trotz schneller Alarmierung der Polizei konnten die Täter nach beiden Raubzügen entkommen. "Die Ermittler prüfen derzeit mögliche Zusammenhänge zwischen den Taten", hieß es von der Polizei.
Beide Opfer konnten Angaben zu den Kriminellem machen. Sie sollen etwa 20 bis 35 Jahre alt und ungefähr zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß sein. Sie sollen Deutsch mit Akzent gesprochen und eine tschetschenische Herkunft genannt haben.
Hinwiese auf die Täter oder auffällige Boebachtungen im Umfekd der Tankstellen nimmt der Kriminaldauerdienst der Bremer Polizei unter der Telefonnummer (0421) 3623888 entgegen.
Quellen: Polizei Bremen (1), Polizei Bremen (2), Nachrichtenagentur DPA