Ein Berufungsgericht hat die Strafen für zwei schwedische Teenager verschärft, die einen Mord an einem Mann in Hessen geplant haben. "Dieses Delikt ist erheblich schwerwiegender, als es das Bezirksgericht angenommen hat, etwa weil die Angeklagten nach Deutschland gereist sind, um einen Mord auszuführen, ihr Tatplan bereits weit fortgeschritten war und sie selbst davon ausgingen, im Auftrag des IS zu handeln", sagte Sven Jönson vom Berufungsgericht laut einer Mitteilung. Mit IS ist die Terrormiliz Islamischer Staat gemeint.
Das Gericht erhöhte die gegen den heute 19 Jahre alten Hauptangeklagten verhängte Freiheitsstrafe um zwei Jahre auf neun Jahre und zehn Monate. Die Strafe gegen den heute 18 Jahre alten Mitangeklagten wurde um vier Monate auf ein Jahr und acht Monate in einer geschlossenen Jugendstrafanstalt erhöht.
Teenager reisten in die Kleinstadt Eppstein
Laut Anklageschrift waren die beiden Teenager im August 2024 in die hessische Kleinstadt Eppstein gereist, um einen Mord zu begehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bewaffneten sich die Tatverdächtigen mit Messern und klopften an der Tür der Unterkunft ihres Opfers. Als jedoch eine andere Person die Tür geöffnet habe, seien die Mordpläne verworfen worden, hieß es. Beide Männer bestreiten die Tat.
Das Gericht erhöhte auch die Entschädigung, die die beiden Verurteilten dem betroffenen Mann in Deutschland zahlen müssen. Das erstinstanzliche Gericht hatte diese auf 100.000 Kronen (knapp 9.400 Euro) festgesetzt. Beide Männer wurden auch wegen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung verurteilt.
Der heute 19-Jährige ist zudem wegen der Planung eines Terroranschlags auf ein Kulturfestival in Stockholm im Sommer 2025 verurteilt. Diese Tat hat der junge Mann seinem Anwalt zufolge gestanden.