Hessens Fahrschulen verzeichnen seit der angekündigten Reform zur Führerscheinausbildung schrumpfende Zahlen bei den Anmeldungen. Wie der Landesverband der hessischen Fahrlehrer mitteilte, ist dieser Rückgang teils erheblich und hält schon über einen längeren Zeitraum an. "Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Schwankung, sondern um eine anhaltende Zurückhaltung vieler Fahrschülerinnen und Fahrschüler", erklärte eine Sprecherin.
"Aufgrund ausbleibender Anmeldungen sehen sich einige Fahrschulen gezwungen, Personal einzusparen, Arbeitszeiten zu reduzieren oder den Fuhrpark zu verkleinern", ergänzte der Verband. Fahrzeuge und Personal verursachten laufende Kosten, die bei geringerer Auslastung kaum noch getragen werden könnten.
Entwicklung betreffe alle Regionen
"In Städten bündeln sich Zurückhaltungseffekte stärker, während im ländlichen Raum bereits kleinere Rückgänge erhebliche Auswirkungen haben", erläuterte die Sprecherin. Insgesamt betreffe die Entwicklung alle Regionen. Wesentlicher Kostentreiber beim Führerschein sei die gestiegene Anzahl der benötigten Fahrstunden. Hinzu kämen steigende Personal-, Fahrzeug- und Betriebskosten sowie Prüfungsgebühren. "Diese Faktoren liegen größtenteils außerhalb des direkten Einflusses der Fahrschulen und lassen sich kurzfristig kaum reduzieren."
Günstigere Fahrstunden im Fahrsimulator
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigte im vergangenen Oktober an, mit einer Reform die Kosten der Ausbildung senken zu wollen: etwa durch weniger Fragen in der theoretischen Prüfung, ein Ende für verpflichtenden Präsenzunterricht in Fahrschulen, den Einsatz von Fahrsimulatoren sowie weniger verpflichtende Sonderfahrten etwa nachts oder auf Autobahnen.
Laut Bundesverkehrsministerium werden für einen Pkw-Führerschein der Klasse B derzeit im Schnitt rund 3.400 Euro fällig. Mit dieser Führerscheinklasse dürfen Autos und kleine Transporter gefahren werden. Das geplante Gesetz zur Umsetzung der Reform soll frühestens Anfang 2027 in Kraft treten.