Unter den sechs Landkreisen im Nordosten profitiert die Mecklenburgische Seenplatte in den kommenden zehn Jahren am stärksten von den Mitteln des schuldenfinanzierten Sondervermögens des Bundes. Bis 2035 sind für den Landkreis knapp 127 Millionen Euro reserviert, wie aus einer entsprechenden Liste des Schweriner Innenministeriums hervorgeht.
Darin enthalten sind neben den Investitionen für die drei obligatorischen Säulen öffentliche allgemeinbildende Schulen, Verkehr/Energie/ÖPNV sowie gesellschaftliche Infrastruktur auch 7,3 Millionen Euro an Einmalzahlungen - das sind jeweils 50.000 Euro für jede Gemeinde im Landkreis. Auf der Liste folgen die weiteren fünf Landkreise nach Höhe der Summe (aufgerundet):
Landkreis Ludwigslust-Parchim: 110,4 Millionen EuroLandkreis Vorpommern-Greifswald: 108 Millionen EuroLandkreis Rostock: 107,6 Millionen EuroLandkreis Vorpommern-Rügen: 104,6 Millionen EuroLandkreis Nordwestmecklenburg: 79,5 Millionen Euro
Die beiden kreisfreien Städte Rostock und Schwerin können in den kommenden zehn Jahren der Liste zufolge mit 83,1 beziehungsweise 43,3 Millionen Euro rechnen.
Alle Landkreise und die beiden kreisfreien Städte hatten bei einer Bürgermeisterkonferenz in Güstrow am vergangenen Dienstag den MV-Plan unterzeichnet, der die Verteilung der Gelder aus dem Sondervermögen des Bundes festlegt. Das Land MV erhält insgesamt rund 1,93 Milliarden Euro. Der MV-Plan 2035 sieht vor, rund 1,2 Milliarden Euro gezielt an Landkreise, Ämter und Gemeinden weiterzugeben.
Da die Gelder des Bundes über Schulden finanziert werden, wurde der Begriff "Sondervermögen" 2025 zum "Unwort des Jahres" gekürt. Der Gebrauch des ursprünglich aus der wirtschaftlichen und juristischen Fachsprache stammenden Begriffs verdecke in der öffentlichen Kommunikation, was mit ihm eigentlich gemeint sei - nämlich die Aufnahme von Schulden, befand die Jury der sprachkritischen "Unwort"-Aktion.