Wer hat die besten Überlebenschancen unter den vom Aussterben bedrohten Feldhamstern? Eher die besonders Vorsichtigen oder die eher Forschen oder etwa die innovativen Exemplare? In der ehrenamtlich betriebenen Artenschutzstation Koldingen bei Hannover startet heute eine Verhaltensforschung zu den Feldhamstern. Das kündigt die Vorsitzende des Vereins AG Feldhamsterschutz Niedersachsen, Nina Lipecki, an. Das Projekt werde in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim umgesetzt.
"Wir gucken uns an, wie individuelle Unterschiede in der Tierpersönlichkeit sich auswirken unter anderem auf die Überlebenswahrscheinlichkeit, wenn die Tiere ausgewildert werden", sagte Anja Günther, Professorin für Zoologie und Tierökologie am Institut für Biologie der Universität Hildesheim. "Wer kann sich erfolgreich etablieren?", sei eine der Fragestellungen. Das Projekt sei auf drei Jahre angelegt. Bei heranwachsenden Feldhamstern könnten die Faktoren Tageslänge und Futter das Verhalten beeinflussen.
Die Artenschutzstation Koldingen will außerdem einen Feldhamster-Zuchtstamm für Niedersachsen aufbauen. Im April sollen neun Weibchen verpaart werden, sagte Lipecki. Mit Nachwuchs sei dann im Mai zu rechnen.