Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte sieht in dem von ihr aufgelegten Förderprogramm für Existenzgründungen einen Erfolg. Es seien 90 Anträge eingegangen, die geprüft wurden, erklärte die Grünen-Politikerin. Insgesamt stellt das Land für das aktuelle Antragsverfahren rund zwei Millionen Euro bereit.
Die Landesregierung will Neueinsteiger in die Landwirtschaft und Junglandwirte bei der Hofübernahme unterstützen. Bei einer außerfamiliären Betriebsübernahme soll eine Förderung von 100.000 Euro gezahlt werden, bei einer innerfamiliären Hofübernahme 70.000 Euro. Gefördert werden Betriebskonzepte, die den Umwelt- und Klimaschutz berücksichtigen. Die Bewerbungen von Frauen sollten besonders berücksichtigt werden, ebenso der Ökolandbau, hieß es.
Von 90 Anträgen wurden nach jüngsten Angaben des Ministeriums 24 bewilligt. Acht der geförderten Betriebsleitungen sind weiblich, 16 männlich; 17 Existenzgründungen erfolgten außerfamiliär, sieben innerfamiliär.
Programm stößt auf Interesse
Das Interesse sei groß, und sie sei auch schon von ihrer NRW-Amtskollegin Silke Gorißen (CDU) auf das Programm angesprochen worden, sagte Ministerin Staudte. Im Nachbarland werde auch überlegt, ein solches Programm aufzulegen, erklärte sie. Auch von der Landjugend oder der Jugendorganisation der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) habe sie positive Rückmeldungen bekommen.
Wichtig sei aber, nicht "per Gießkanne" zu fördern, sagte Staudte. "Es macht ja einen Unterschied, ob ich einen Hof übernehme und nichts verändern will, oder ob ich einen Hof erbe und ganz viel verändern will."
Hofnachfolger für "Pioniere der Biobranche"
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"Viele Pioniere der Biobranche kommen jetzt ins Rentenalter und haben mitunter keinen Hofnachfolger", sagte Staudte. Ein Ziel des Programms sei es, Interessenten für die Übernahme eines Betriebs mit einem geeigneten Hof zusammenzubringen. Es gebe auch Fälle, in denen der Betrieb in eine Stiftung überführt worden sei, damit der Landwirt, der ihn übernehmen wolle, keine Millionenbeträge aufbringen müsse.