Kriminalität
Teilgeständnis im Prozess um jahrelange Qual der Familie

Der Angeklagte räumte die Taten teilweise ein. Foto: Mirjam Uhrich/dpa
Der Angeklagte räumte die Taten teilweise ein. Foto
© Mirjam Uhrich/dpa
Wochenlange Isolation im Kinderzimmer, erfundene Diagnosen und die Planung der eigenen Beerdigung: Ein Mann soll seine Familie jahrelang misshandelt haben. Vor Gericht legte er nun seine Sicht vor.

Im Prozess um jahrelange Misshandlung seiner Familie hat der Angeklagte die Vorwürfe vor dem Landgericht Bremen teilweise eingeräumt. Die Kinder sollten in ihren Zimmern bleiben und bekamen einen Eimer zur Notdurft, wie die Verteidigerin im Namen des Angeklagten erklärte. "Die Mädchen sind jedoch nicht eingesperrt worden und hätten jederzeit die Wohnung verlassen können."

Wie der Mann seine Familie gequält haben soll

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Er soll seine damalige Partnerin und deren beiden Töchter von 2013 bis 2019 kontrolliert, gequält und von der Außenwelt isoliert haben. Dafür soll er ein massives Lügengeflecht über Drogenmafia, tödliche Krankheiten und eingepflanzte Mikrochips aufgebaut haben.

Laut Anklage soll der Mann die 2004 und 2006 geborenen Töchter immer wieder für längere Zeit in ihrem Zimmer eingesperrt haben. Die jüngere Tochter sollte wegen einer angeblich tödlichen Krankheit ihre eigene Beerdigung planen. Auch seine damalige Partnerin soll er mit falschen Diagnosen manipuliert und ihr unbekannte Flüssigkeiten gespritzt haben.

Der Angeklagte könne sich an vieles nicht erinnern, sagte seine Verteidigerin. Er bedauere sein Verhalten. Seine damalige Partnerin und er seien mit der Erziehung der Kinder überfordert gewesen, außerdem habe er psychische Probleme gehabt.

dpa

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