Umfrage Krankenhäuser beklagen Übergriffe auf Mitarbeiter

Die Notaufnahmen gehören zu den besonders oft von Übergriffen betroffenen Bereichen. (Symbolbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich
Die Notaufnahmen gehören zu den besonders oft von Übergriffen betroffenen Bereichen. (Symbolbild) Foto
© Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Gewalt gegen Klinikpersonal nimmt zu. Welche Bereiche besonders betroffen sind und wie die Krankenhäuser auf die wachsende Belastung reagieren.

Niedersachsens Krankenhäuser berichten über einen Anstieg von Gewalt gegen ihre Mitarbeiter. In einer Umfrage der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) gaben 72 Prozent der befragten Kliniken an, verbale und körperliche Übergriffe hätten in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Von einem Rückgang berichtete kein einziges Krankenhaus.

Besonders häufig von den Übergriffen betroffen sind demnach die Beschäftigten in der Pflege und in der Notaufnahme. Viele Kliniken setzen daher nach eigenen Angaben bereits Deeskalationstrainings ein, damit ihre Mitarbeiter kritische Situationen möglichst entschärfen können. Aber auch Sicherheitspersonal und Panikknöpfe sind in einigen Kliniken zu finden.

Neben körperlichen Verletzungen haben gewalttätige Übergriffe für die Betroffenen oft auch psychische Folgen, wie die NKG schreibt. Das beeinträchtige die Versorgungssicherheit, weil sich Mitarbeiter etwa aus der Notaufnahme in eine andere Abteilung versetzen lassen oder ihre Tätigkeit im Krankenhaus komplett aufgeben.

Mehr als jede zweite Klinik schreibt rote Zahlen

Die Kliniken beklagen in der Umfrage zudem eine unverminderte wirtschaftliche Schieflage sowie hohe bürokratische Auflagen zulasten der Patientenversorgung. Für das Jahr 2025 erwartete den Angaben zufolge mehr als jedes zweite Krankenhaus im Land einen Verlust.

An der Umfrage haben im August und September 2025 laut NKG 130 der 161 in Niedersachsen zugelassenen Krankenhäuser teilgenommen.

dpa